{"id":825,"date":"2016-05-04T20:20:30","date_gmt":"2016-05-04T19:20:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=825"},"modified":"2018-05-25T20:59:07","modified_gmt":"2018-05-25T19:59:07","slug":"78-etappe-von-st-jean-pied-de-port-nach-roncesvalles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=825","title":{"rendered":"78. Etappe von St. Jean pied de Port nach Roncesvalles"},"content":{"rendered":"<p lang=\"\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Nach einer unruhigen Nacht, mit vielen Pilgern im Schlafsaal ist es doch etwas lauter als gewohnt, stand schon das Fr\u00fchst\u00fcck bereit. Dies hatten die beiden Hospitaleros wie bereits gestern das Abendessen hervorragend zubereitet. Beim Blick aus der T\u00fcr auf die Stra\u00dfe glaubte man kaum was man sah. Pilgermassen machten sich schon fr\u00fch um 6.00 Uhr auf den Weg, und man fragte sich, ob die heute alle \u00fcber die Pyrin\u00e4en wollen. Das konnte nicht mehr mein Weg sein. Man sehnte sich bei dem Anblick an die Wege in Frankreich zur\u00fcck, wo es doch beschaulicher zuging. Aber es half alles nichts, auch wir mussten uns auf den Weg machen und uns in die \u201eWallfahrt\u201c einreihen. Etwas gutes hat es aber dann doch, man lernt relativ schnell viele Pilger kennen und kommt mit ihnen ins Gespr\u00e4ch. Dabei erf\u00e4hrt man die tollsten Geschichten. Man erf\u00e4hrt die Beweggr\u00fcnde weshalb sie auf den Weg gehen, und die Menschen erz\u00e4hlen hier auf dem Weg auch von vielen pers\u00f6nlichen Dingen, die man zu Hause einen wildfremden niemals erz\u00e4hlen w\u00fcrde. Wir waren noch keine Viertelstunde auf dem Weg, da ging ein junges M\u00e4dchen an uns vorbei, sie hatte noch das Gep\u00e4ckband vom Flughafen am Rucksack. Edgar sprach sie an um es zu entfernen. Daraufhin kam man ins Gespr\u00e4ch. Karin kam aus Ober\u00f6sterreich. Es war ihr erster Tag auf dem Weg und sie erz\u00e4hlte von ihren Freunden in M\u00fcnchen. Nachdem wir ihr gesagt hatten, das wir aus Kronach, genauer gesagt aus Wilhelmsthal w\u00e4ren meinte sie, das sie in Wilhelmsthal schon mal auf einer Hochzeit bei Freunden war. Wie klein die Welt doch ist, bei dieser Begegnung stimmt wieder mal der Satz \u201eNichts ist Zufall\u201c. Bei absolut herrlichen Pilgerwetter ging es heute stetig bergauf. Schon nach einer Weile im Ort Hunto sah man den Ort St. Jean pied de Port nur noch unter einer Wolkendecke. Ein herrlicher Anblick von hier oben. Man hatte das Gef\u00fchl wie in den Alpen. Die Anzahl der Pilger, so hatte es den Anschein nahm immer mehr zu, man \u00fcberholte viele, aber vor einem waren noch viel mehr. Viele hatten auch hier oben in Hunto \u00fcbernachtet und kamen jetzt zu den Pilgern von unten aus St. Pied de Port noch dazu. Auf der einen Seite ein sch\u00f6nes Bild wenn man die vielen Menschen sah, aber auf der anderen Seite einfach nur schrecklich wie \u00fcberlaufen der Weg pl\u00f6tzlich war. Interwegs bei der ersten Rast trafen wir auch Jean Piere wieder, ihn hatten wir das letzte mal in Ostabat getroffen als er uns ein Bier ausgab. Die Begr\u00fc\u00dfung war fast \u00fcberschwenglich, man hatte sich doch nur 2 Tage nicht gesehen. Aber so ist das eben auf dem Weg, man hat das Gef\u00fchl man ist schon ewig befreundet. Heute machte man sehr viele Bekanntschaften, unter anderem Andrea aus Ungarn, sie sprach etwas deutsch, war sehr kommunikativ und wollte wie die meisten von hier aus bis Santiago gehen. Ganz oben in den Bergen gab es sogar noch Schneefelder und wir machten mit Andrea eine Schneeballschlacht. Man begegnete heute vielen Pilgern, man sah sich, begr\u00fc\u00dfte sich, man verlor sich wieder, aber am Ende des Tages traf man sich wieder in Roncesvalles, dem heutigen Tagesziel. Am fr\u00fchen Nachmittag kamen wir dort nach anstrengenden 26 km \u00fcber die Berge an und sahen schon von weiten das ber\u00fchmte Kloster. Es war die einzige \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit und das lie\u00df b\u00f6ses erahnen bei dem Pilgeraufkommen. Wir waren eigentlich auf den urspr\u00fcnglichen \u201eSchnarchsaal\u201c eingestellt, von dem Hape Kerkeling in seinen Buch geschrieben hatte. Leider gab es ihn nicht mehr, diesen alten kargen Saal mit Doppelstockbetten. Er war geschlossen und zu Veranstaltungshalle umgebaut worden. Schade, dass wir den nicht erleben konnten. Jetzt gab es hier 2 gro\u00dfe Schlafr\u00e4ume mit jeweils 186 Betten, die in Viererabteilen abgetrennt waren. Dazu noch 40 Pl\u00e4tze im Keller und zus\u00e4tzlich Container, die alle am Abend belegt waren. Einige Pilger, die zu sp\u00e4t ankamen mussten noch mit Taxis in die n\u00e4chsten Ortschaften weiterfahren um zu \u00fcbernachten. Wahnsinn!!! Konnte es das noch sein? Das Kloster war trotz allem bestens organisiert und auf die Massen von Pilgern weitgehend vorbereitet. Es gab Hospitaleros die einen den Weg zeigten und es gab mehrere Aufnahmeschalter an denen man auch sprachlich keine Probleme hatte. Die Aufnahme der Pilger war \u00e4hnlich wie beim Fahrkartenkauf am Bahnhof. Bett, Abendessen, Fr\u00fchst\u00fcck, f\u00fcr jedes gab es einen Bon, den man einl\u00f6sen musste. Die Essenszeiten waren klar geregelt. Es konnte nur in Etappen in verschiedenen Gastst\u00e4tten gegessen werden. Zum Gl\u00fcck waren wir recht fr\u00fch da, und bekamen einen Platz in einem der gro\u00dfen Schlafr\u00e4ume. Dort waren auch zwischenzeitlich Andrea, Karin, Jean Piere, Anna und Olga. Wir wurden mit 2 jungen M\u00e4dchen aus Irland Eilis und Maire in unsere Koje zugewiesen. Es war recht lustig mit den beiden. 2 alte M\u00e4nner und 2 blutjunge M\u00e4dchen, die unsere T\u00f6chter sein konnten. Zun\u00e4chst wollten wir duschen, es war kein leichtes unterfangen, denn es gab auf jeden Stockwerk f\u00fcr 186 Pilger nur 4 Duschen und 3 WC. Hier musste man R\u00fccksicht \u00fcben, was auch f\u00fcr die meisten Pilger selbstverst\u00e4ndlich war. Aber irgendwie funktionierte es, die Pilger nehmen meist R\u00fccksicht aufeinander. In einer der Bars, wo aufgrund der vielen Pilger reger Betrieb herrschte, fand man kaum einen Sitzplatz aber zum Gl\u00fcck waren unsere beiden M\u00e4dels Eilis und Maire dort und hatten f\u00fcr uns einen Platz mit an ihrem Tisch. Jean Piere kam auch noch dazu und wir hatten eine nette Unterhaltung an diesem herrlichen Sonnentag in Roncesvalles. Beim Abendessen, das wir in einer anderen Bar einnehmen mussten ging es erstmal zu wie in einer Kantine. Jeder bekam seinen Platz zugewiesen. Wir sa\u00dfen mit 3 Schweizern, 2 Ungarinnen und 2 Franzosen an einem Tisch. Es war ein richtig lustiger Haufen der sich hier getroffen hatte. Man a\u00df und erz\u00e4hlte und schon musste man gehen, den die n\u00e4chsten Pilger standen schon vor der T\u00fcr. Wir hatten bewu\u00dft uns f\u00fcr die erste Schicht zum Essen angemeldet, denn anschlie\u00dfend war noch Pilgermesse. Auch hier h\u00e4tte man wie schon in St. Jean pied de Port vermutet, das die Kirche \u00fcberf\u00fcllt ist aufgrund der vielen Pilger. Aber auch hier war es das Gegenteil. Der Andrang hielt sich in Grenzen und man merkte relativ schnell wer von den Pilgern \u00e4hnliche Beweggr\u00fcnde f\u00fcr den Weg hatte. Schade eigentlich das nicht mehr Pilger diese Angebote von Pilgermessen, und Pilgerandachten annehmen. Die Leute die das vor Ort zum gro\u00dfen Teil freiwillig machen, geben sich allergr\u00f6\u00dfte M\u00fche. F\u00fcr uns jedenfalls sind diese Pilgerandachten immer ein H\u00f6hepunkt des Pilgertages. Im Innenhof des Klosters konnte man sich noch etwas in die Sonne setzen und die Pilger beobachten. F\u00fcr 22.00 Uhr war Bettruhe im Kloster angesagt und die Lichter erloschen dazu p\u00fcnktlich. Nun waren wir also nach 8 Jahren pilgern in Spanien angekommen.<\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Hola und Buen Camino<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer unruhigen Nacht, mit vielen Pilgern im Schlafsaal ist es doch etwas lauter als gewohnt, stand schon das Fr\u00fchst\u00fcck bereit. Dies hatten die beiden Hospitaleros wie bereits gestern das Abendessen hervorragend zubereitet. 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