{"id":644,"date":"2014-05-21T16:14:31","date_gmt":"2014-05-21T15:14:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=644"},"modified":"2014-08-16T16:43:57","modified_gmt":"2014-08-16T15:43:57","slug":"55-etappe-von-espalion-nach-golinhac","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=644","title":{"rendered":"55. Etappe von Espalion nach Golinhac"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/DSCF2836_bearbeitet-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-691\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/DSCF2836_bearbeitet-11-150x150.jpg\" alt=\"DSCF2836_bearbeitet-1\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Recht fr\u00fch sollte es an diesem Tag losgehen, hatten wir uns doch f\u00fcr heute trotz unserer immer noch vorhandenen k\u00f6rperlichen Schwierigkeiten die Strecke von 27 km nach Golinhac vorgenommen. Mit einem einfachen aber ausreichenden Fr\u00fchst\u00fcck begannen wir unseren Tag in der Herberge. Das Wetter war richtig extrem geworden. Wir gingen an diesem Tag bei Windst\u00e4rke 12 los und es sollte sich den ganzen Tag nicht \u00e4ndern. Aufgrund des starken Windes konnte es wenigstens nicht regnen, aber es war ganz sch\u00f6n gef\u00e4hrlich. Immer wieder lagen \u00c4ste und B\u00e4ume im Weg. Besonders in den W\u00e4ldern musste man aufpassen. Man hatte zum Gl\u00fcck R\u00fcckenwind, so dass der Wind keine gr\u00f6\u00dfere Behinderung darstellte. Unter normalen Umst\u00e4nden w\u00e4re in Deutschland bei diesen Bedingungen keiner in den Wald gegangen. Aber auch diese Witterungsbedingungen galt es zu \u00fcberstehen. An einer Kapelle die am Weg lag, hielten wir bei einem Impuls inne und sangen unser t\u00e4gliches Lied, den Engel des Herrn wie an jedem Tag. Am sp\u00e4ten Vormittag erreichten wir Estaing. Dort gab es eine imposante\u00a0 Burganlage. Wenn die franz\u00f6sische Flagge auf der Burg gehisst ist, so hatte man uns gesagt, w\u00e4re der ehemalige franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sident Giscard d\u00b4 Estaing zu Hause. Dem war an diesem Tag aber nicht so. Wir machten dort eine etwas l\u00e4ngere Pause und st\u00e4rkten uns etwas, bevor die n\u00e4chsten Anstiege anstanden. Wie schon erw\u00e4hnt hielt der Wind bei dieser Windst\u00e4rke an, und so trafen wir auf einen der Wege im Wald einen verletzten Pilger. Er war durch einen herabfallenden Ast getroffen worden und gest\u00fcrzt. Dabei hatte er sich eine Platzwunde an \u00fcber dem Auge und Hautabsch\u00fcrfungen zugezogen. Seine Brille war dabei zerbrochen und seine Kleidung zerrissen. Wir verarzteten den etwas \u00e4lteren Franzosen, der sich sehr dankbar zeigte, dass man ihm half. Unbeeindruckt von diesem Ereignis so schien es, das auch leicht h\u00e4tte b\u00f6se enden k\u00f6nnen, setzte er seinen Weg fort. Einfach bewundernswert, das ihm einfach nichts auf diesen, seinen Weg aufhalten konnte. Auch ihn sollten wir an diesem Abend und die n\u00e4chsten Tage wieder treffen. Obwohl er weder Englisch noch Deutsch sprach entwickelte sich zwischen uns ein inniges Verh\u00e4ltnis. Auf dem Weg lernten wir heute noch einen anderen Pilger kennen, den wir ebenfalls die n\u00e4chsten Tage immer wieder treffen sollten. Es war der Franzose Noel der etwas deutsch und englisch sprach. Ein ruhiger und angenehmer Zeitgenosse. Am sp\u00e4ten Nachmittag kamen wir in Golinhac an, dort war am Ortseingang schon ein Schild mit unseren Namen aufgestellt. Es war der Hinweis auf das Zimmer 1 in der Herberge. Die Gite befand sich am Ortsrand von Golinhac. Zu unserer \u00dcberraschung standen dort auch die Namen unsrer Pilgerfreunde Noel und Hugues. Auf dem Zimmer 2 stand auch ein bekannter Name, es war Veronique, eine Holl\u00e4nderin, die ebenfalls sehr sympatisch und nett war. Es versprach daher ein angenehmer Abend zu werden. Zun\u00e4chst gingen wir aber erstmal zur Anmeldung. Diese war auf dem Campingplatz untergebracht. Wir meldeten uns also erstmal ordungsgem\u00e4\u00df an. Nach und nach trafen immer mehr Pilger ein und es war ganz sch\u00f6n was los. Es gab gen\u00fcgend Unterk\u00fcnfte dort, so hatte man auf dem Campingplatz noch einzelne kleine H\u00fctten, wo Pilger unterkommen konnten. Im Zentrum des Campingplatzes befand sich ein gro\u00dfer Speisesaal. Dort gab es auch das Fr\u00fchst\u00fcck und das Abendessen. Hier genehmigten wir uns unser obligatorisches Bier. Auch Hugues und einige deutsche Pilger kamen noch dazu und wir hatten eine sch\u00f6ne Unterhaltung. Zur\u00fcck in der Herberge ging es ans duschen und waschen, aber dies stellte sich als gro\u00dfer Fehler heraus, denn trotz des Windes wurde nichts mehr trocken. Hugues unser Pilgerfreund hatte extrem mit Blasen zu k\u00e4mpfen und wir halfen ihm mit Blasenpflaster aus, das wir ja zur Gen\u00fcge dabei hatten. Sp\u00e4ter ging es zum Essen auf den Campingplatz, auch dort hatte man gen\u00fcgend Unterhaltung, so waren an diesem Abend mehrere Deutsche da, unter anderem ein M\u00fcnchner, den wir bereits in Le Puy am ersten Abend getroffen hatten. Der Weg verliert niemanden, man trifft sich immer wieder, mal fr\u00fcher und mal sp\u00e4ter. Der Franzose, den wir verarztet hatten, war ebenfalls da. Er musste seine Wunde klammern lassen, so tief war diese. Er gab noch einen Rotwein aus und zufrieden traten wir den R\u00fcckweg in die Herberge an. Es war schon recht k\u00fchl geworden, der Wind hatte sich etwas gelegt und es sah f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage nach Regen aus.<\/p>\n<p>Bonjour und Buen Camino<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Recht fr\u00fch sollte es an diesem Tag losgehen, hatten wir uns doch f\u00fcr heute trotz unserer immer noch vorhandenen k\u00f6rperlichen Schwierigkeiten die Strecke von 27 km nach Golinhac vorgenommen. 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