{"id":1384,"date":"2022-09-15T13:37:00","date_gmt":"2022-09-15T12:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1384"},"modified":"2024-08-18T16:11:15","modified_gmt":"2024-08-18T15:11:15","slug":"15-09-2022-36-etappe-von-salceda-nach-monte-de-gozo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1384","title":{"rendered":"15.09.2022 36. Etappe von Salceda nach Monte de Gozo"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220915_193451-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220915_193451-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1492\" style=\"width:266px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220915_193451-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220915_193451-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220915_193451-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220915_193451-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220915_193451-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220915_193451-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Nacht in der Herberge war ruhig und schon fr\u00fch am Morgen begannen alle ihre Sachen zu packen. Die nassen Sachen waren \u00fcber Nacht leider nicht getrocknet und man musste alles so einpacken. Es war noch etwas dunkel als wir losgingen. Lelia und ihre Mutter waren nach kurzer Zeit nicht mehr zu sehen, da beide recht schnell unterwegs waren. Aber aufgrund der \u00fcberschaubaren Strecke konnte man sich etwas Zeit nehmen und dem Ziel Monte de Gozo entgegen gehen. \u00dcber St. Irene ging es Richtung Pedrouzo und bald sah man schon den Flughafen von Santiago. Um diesen musste man eine ganze Weile herum laufen. Hier am Wegesrand hatten sich auch schon fliegende H\u00e4ndler platziert. Einer bot einen besonderen handgemachten Stempel an. Gerne gab man ihm daf\u00fcr eine kleine Spende. Nach einer Weile kam man dann nach Labacollo wo der Weg \u00fcber einen kleinen Steg zum Flu\u00df f\u00fchrt. Hier stoppte ich. Im Wasser sa\u00dfen einige Pilger auf Steinen und k\u00fchlten ihre F\u00fc\u00dfe. Werner fragte auch warum wir hier eine kleine Rast einlegen. Hier im Flu\u00df wuschen sich die Pilger des Mittelalters bevor sie nach Santiago gingen um dort sauber und gewaschen an zu kommen. Sie hatten ja nicht die Annehmlichkeiten der heutigen Pilger. Als heutiger Pilger w\u00e4scht man sich an dieser Stelle symbolisch. Aber anscheinend ist dieses Ritual nicht mehr vielen bekannt, fragten mich doch die Pilger die auf den Steinen im Flu\u00df sa\u00dfen, warum ich mir hier mein Gesicht und die Arme und H\u00e4nde waschen w\u00fcrde. Ich erkl\u00e4rte ihnen dieses alte Pilgerritual von dem sie noch nicht geh\u00f6rt hatten. Manches geht aufgrund des Massenpilgerns halt verloren. Nach einigen Kilometern kommt man dann an der gro\u00dfen Rundfunkstation an, von der es nicht mehr weit zum Monte de Gozo ist. Dort trifft man als erstes auf die kleine Kapelle und man muss unweigerlich dort einfach inne halten. Es stand auch ein kleines Schild an der Kapelle, das heute abend um 18.00 Uhr Pilgermesse sei. Neben der Kapelle war einstens das gro\u00dfe Pilgerdenkmal zu ehren von Papst Johannes Paul II. Es wurde aber aufgrund von Bausch\u00e4den in den vergangenen Jahren abgerissen und die Tafeln wurden auf dem Boden nebenan angeordnet. Heute war recht klares Wetter und man konnte von hier oben die T\u00fcrme der Kathedrale erkenne. Monte de Goz \u2013 Der Berg der Freude, weil man von hier schon das Ziel erkennen kann. Nach ein paar Fotos ging es von dort hinunter zur polnischen Pilgerherberge in der Edgar und ich 2017 \u00fcbernachteten. Leider war diese geschlossen und wir mussten uns einen Schlafplatz in der gro\u00dfen anonymen Pilgerherberge suchen. Dies gestaltete sich etwas schwierig. Ich kannte zwar dieses Pilgerzentrum noch von 2007. Damals \u00fcbernachteten wir auch dort. Schade, denn damals war es sehr spirituell in der nebenan gelegenen Kirche. Aber heute ist alles anders organisiert. Es gibt eine zentrale Gastst\u00e4tte mit kleinen Gesch\u00e4ften nebenan. Dort fragten wir auch nach einem Schlafplatz und man schickte uns hinunter ans Ende des Geb\u00e4udekomplexes. Dort gab es eine Anmeldung. Hier sagte man uns, das die ganzen Geb\u00e4ude privat w\u00e4ren und nur der Geb\u00e4udekomplex ganz oben die \u00f6ffentliche Herberge sei. Man h\u00e4tte sich auch in der privaten Herberge einmieten k\u00f6nnen, aber das wollte ich nicht. Mir sind richtige Herbergen lieber und besonders heute wollte ich in die Herberge oben. Also wieder den Berg hoch nach ganz oben. Es war schon etwas beschwerlich dieses ganze hin und her. Oben angekommen waren kaum Pilger da und es gab noch gen\u00fcgend Platz in der Herberge. Wir bekamen unsere Betten in einem der vielen Zimmer zugewiesen. Mit uns kamen gleichzeitig Jennifer und ihre Freundin Su aus Neuseeland dort an. Sie erz\u00e4hlte mir, das sie eine Zeit lang mit einem Deutschen namens Werner unterwegs war. Ich sagte nur, das ich ihn kenne. Wir machten ein Bild und schickten es Werner. Werner hatte ja seinen Weg leider abgebrochen. Da das Wetter heute wieder sonnig war nutzte ich die Gelegenheit die noch klammen Sachen zu trocknen. Unten im zentralen Geb\u00e4ude gab es ja eine gr\u00f6\u00dfere Bar die auch etwas zu Essen anbot. Nach und nach trafen hier Pilger ein, die teilweise heute noch nach Santiago wollten. Auch Dominik kam zusammen mit Jana vorbei. Die beiden a\u00dfen etwas und hatten in Santiago schon eine Unterkunft, gebucht. Wir verabschiedeten die beiden mit Worten, sie sollten den Apostel von uns gr\u00fc\u00dfen. Wir w\u00fcrden morgen zu ihm kommen. Pl\u00f6tzlich stand Magdalena aus Polen vor mir. Sie blieb auch heute hier oben am Monte de Gozo. Wir umarmten uns und freuten uns einander wieder zu sehen. Sie weinte vor Gl\u00fcck. Sie hatte mir ja erz\u00e4hlt, das sie als junges M\u00e4dchen am Weltjugendtag mit dem polnischen Papst Johannes Paul II damals teilnahm. Und heute kehrt sie als Pilgerin zur\u00fcck an diesen besonderen Ort. Eine der sch\u00f6nsten Geschichten die der Camino in diesem Jahr schrieb. Wir freuten uns zusammen auf den morgigen Tag und das ankommen am Ziel. Mittlerweile war auch Lelia und ihre Mutter gekommen und alle bestellten etwas zum Essen. Ich schaute auf die Uhr und es war kurz vor 18.00 Uhr. Oben an der Kapelle sollte ja die Pilgermesse sein und ich dachte mir das es schon etwas besonderes w\u00e4re am Vorabend des ankommens eine Pilgermesse hier am Berg der Freude mit zu feiern. Ich verabschiedete mich und sagte ich komme sp\u00e4ter wieder. Ich merkte sie waren alle etwas irritiert. Mit schnellen Schritten ging ich hoch auf den Berg zur Kapelle. Ich ging hinein, aber keiner war da. Der Pfarrer kam gerade und schaute sich um. Ich dachte bei mir, die f\u00e4llt bestimmt jetzt aus, da kein einziger Pilger au\u00dfer mir da war. Aber weit gefehlt. Der spanische Pfarrer bat mich das Evangelium in meiner Sprache zu lesen. Auf dem Smartphone hatte ich ja die Seite &#8222;Evangelium Tag f\u00fcr Tag&#8220; gleich parat. Er freute sich dar\u00fcber und wir feierten zusammen diese Messe. So etwas hatte ich auch noch nicht erlebt. Er gab mir am Ende noch den Pilgersegen \u2013 G\u00e4nsehaut pur. Ein wundervoller Moment der sich unter der Rubrik &#8222;Nicht ist Zufall&#8220; einordnen l\u00e4sst. Anschlie\u00dfend ging ich wieder zur\u00fcck zum Pilgerzentrum um etwas zu Essen. Alle anderen hatten schon gegessen, aber es war nebens\u00e4chlich nach diesem Erlebnis an der Kapelle. Auf dem R\u00fcckweg genehmigte ich mir noch ein Eis und ging voller Vorfreude auf den morgigen Tag zur\u00fcck zur Herberge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht in der Herberge war ruhig und schon fr\u00fch am Morgen begannen alle ihre Sachen zu packen. Die nassen Sachen waren \u00fcber Nacht leider nicht getrocknet und man musste alles so einpacken. 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