{"id":1357,"date":"2022-09-06T13:10:00","date_gmt":"2022-09-06T12:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1357"},"modified":"2024-08-18T16:01:25","modified_gmt":"2024-08-18T15:01:25","slug":"06-09-2022-27-etappe-von-foncebadon-nach-ponferrada","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1357","title":{"rendered":"06.09.2022 27. Etappe von Foncebadon nach Ponferrada"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_102448-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_102448-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1471\" style=\"width:144px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_102448-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_102448-225x300.jpg 225w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_102448-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_102448-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_102448-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Nacht war relativ ruhig, man ist ja mittlerweile an alle m\u00f6glichen Schlafs\u00e4le gew\u00f6hnt. Ich stand realtiv fr\u00fch auf, die meisten Pilger schliefen noch. Ein Blick aus der Haust\u00fcr verhie\u00df nicht gutes. Es regnete in Str\u00f6men. Also diesmal kein ankommen am Cruz de Ferro bei Sonnenaufgang. Nicht alle Erwartungen werden auf dem Camino erf\u00fcllt. Hier oben hatte ich nun schon alles, 2007 war Schneefall im Mai, 2027 herrliches Sommerwetter und diesmal als Regen. Nach einem kleinen Fr\u00fchst\u00fcck hies es also Regenkleidung anziehen. Drau\u00dfen war es noch Stockfinster. Man musste mit Stirnlampe gehen um den Weg zu finden. Werner war meine Begleitung. Es waren ja noch keine weiteren Pilger unterwegs. Heute fragte ich mich in der Tat, warum ich nicht doch in Rabanal geblieben bin. Aber das Cruz de Ferro hat eben eine besondere Anziehungskraft. Die gilt nicht f\u00fcr alle Pilger, aber f\u00fcr mich einer der besonderen Orte am Weg. Nach fast einer Stunde Gehzeit kamen wir am Kreuz an. Ich stieg auf den von Pilgern angeh\u00e4uften Steinen an den Fu\u00df des Kreuzes. Es war noch dunkel. Werner machte von unten die Fotos. Daf\u00fcr bin ich ihm, dankbar, h\u00e4tte ich doch ohne ihn kaum Fotos. Im Knien und mit Stirnlampe holte ich die von zu Hause mitgebrachten Steine aus dem Rucksack und legte sie ab. Auch hatte ich ein Sterbebild von meinem Freund und Chef Andreas dabe, das ich ihm zum Gedenken am Holzstamm des Kreuzes befestigte. Der Moment an diesem Ort nahm mich ganz sch\u00f6n mit. Mir gingen tausende Gedanken durch den Kopf, irgendwie waren sie alle nicht geordnet, dazu der andauernte Regen. Nachdem Werner auch am Kreuz war kamen so nach und nach immer mehr Pilger. Darunter auch Terri und Scott. Wir begr\u00fc\u00dften uns und verlie\u00dfen dann diesen f\u00fcr mich magischen Ort am Camino. Mittlerweile lie\u00df der Regen etwas nach und man konnte wenigstens den Poncho ausziehen. Nach einiger Zeit kamen wir nach Manjarin. Dort lebt immer noch Tomas, der selbsternannte Tempelritter. Ihn hatte ich schon 2007 und 2027 kennengelernt. Es sah immer noch so chaotisch aus wie damals. Tomas war ziemlich gealtert, aber immer noch eine Legende am Camino. Die Wolken rissen immer mehr auf und es wurde zunehmend w\u00e4rmer. Der anschlie\u00dfende Abstieg nach El Acebo war ziemlich hart f\u00fcr die Knochen. Aber ich ging lieber bergab als bergauf. Werner ging es umgekehrt, so das er etwas zur\u00fcckblieb. In El Acebo machte ich eine l\u00e4ngere Pause mit einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck. Nach und nach trafen dort viele Pilger ein, die in Foncebadon \u00fcbernachtet hatten. Bis hinunter nach Molineseca war es richtig steinig und man war heilfroh im Tal zu sein. In Molineseca gab es eine sch\u00f6ne kleine Kirche die zum Verweilen einlud. Von Molineseca nach Ponferrada waren es noch 7 km. Nach einer etwas l\u00e4ngeren Rast entschieden wir diese Strecke noch auf uns zu nehmen, obwohl es heute nach diesem Abstieg an die Grenze der k\u00f6rperlichen Belastung ging. Der Weg nach Ponferrada zog sich unendlich hin. Man sah die Stadt vor einem, aber irgendwie f\u00fchrte uns der Weg um die Stadt herum. Karsten der D\u00e4ne stand pl\u00f6tzlich an einer Wegkreuzung vor uns und erz\u00e4hlte, das er Probleme mit seinen F\u00fc\u00dfen h\u00e4tte. Auf Google Maps w\u00fcrde der gerade Weg direkt in die Stadt f\u00fchren. Wir beschlossen auf dem gekennzeichneten Jakobsweg zu bleiben. Wahrscheinlich w\u00e4ren wir etwas schneller in der Stadt gewesen wenn wir mit Karsten gegangen w\u00e4ren. Irgendwie war mir dieser Weg aus 2027 noch in Ewrinnerung. Man hatte offensichtlich die Wegf\u00fchrung ge\u00e4ndert. Ziemlich am Ende der Kr\u00e4fte kamen wir schlie\u00dflich in der Herberge St. Nicolas an. Vor dem Check in hatte sich schon eine etwas l\u00e4ngere Schlange Pilger gebildet. Irgendwie kamen uns die beiden Hospitaleros bekannt vor. Es waren die beiden, die bereits in Logrono t\u00e4tig waren. Martin kam auch wie aus dem nichts in die Herberge. Nach dem \u00fcblichen Pilgerritus musste ich erstmal zur Ruhe kommen. Es gab ja dort diese kleine Kapelle in der eine Skapuliermadonna steht, was eine besondere Verbindung f\u00fcr mich darstellte, haben wir doch bei uns in der Pfarrei Lahm auch eine besondere Verbindung zum Skapulier. Mit Martin unterhielt ich mich intensiv dar\u00fcber. Anschlie\u00dfend ging ich zun\u00e4chst in die Stadt um dort etwas zu Essen. Auf dem Marktplatz war ein gro\u00dfes Zelt aufgebaut in dem verschiedene Auff\u00fchrungen stattfanden. Auch gab es einen Mittelaltermarkt. Gleich in der N\u00e4he gab es einen kleine Bar in der man etwas essen und trinken konnte. Die Kathedrale war auch in der N\u00e4he und es fand gerade ein Gottesdienst statt. Dort traf ich auch auf Verena und Julian. Auch Magdalena war da. Die Messe dauerte f\u00fcr spanische Verh\u00e4ltnisse recht lange. Auch war in den Gassen der Stadt viel los. Man sagte uns, das an diesem Wochenden ein Mittelalterfestival stattfinden w\u00fcrde. In Ponferrada stand ja diese imposante Templerburg die \u00fcber der Stadt thronte. Die Zeit war schnell vergangen und der Weg zur\u00fcck zur Herberge war ziemlich lang. Auf dem R\u00fcckweg traf ich Werner in einer Bar. Wir tranken noch etwas zusammen und machten uns zur\u00fcck auf den Weg in die Herberge. Dort war auch ein Deutscher, der mir bereits bei der Ankunft aufgefallen war. Er schien in der Herberge mit zu helfen. Er hatte gerade etwas Zeit und ich kam mit ihm ins Gespr\u00e4ch. Wilfried, so sein Name, erz\u00e4hlte mir, das er nach vielen Wirrungen hier gelandet w\u00e4re. Er hatte in Deutschland keinen Wohnsitz mehr und war eine Art Aussteiger. Er hatte kein Geld mehr und wollte nun auf dem Camino einige Zeit bleiben. Irgendwie war er mir symphatisch auch wenn seine Geschichte etwas ungew\u00f6hnlich klang. Sein Glaube an Gott trug ihn. Das Gespr\u00e4ch mit ihm hatte mich ziemlich aufgew\u00fchlt und konnte eine Zeitlang nicht einschlafen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht war relativ ruhig, man ist ja mittlerweile an alle m\u00f6glichen Schlafs\u00e4le gew\u00f6hnt. Ich stand realtiv fr\u00fch auf, die meisten Pilger schliefen noch. Ein Blick aus der Haust\u00fcr verhie\u00df nicht gutes. Es regnete in Str\u00f6men. 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