{"id":1355,"date":"2022-09-05T13:08:00","date_gmt":"2022-09-05T12:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1355"},"modified":"2024-08-18T16:00:03","modified_gmt":"2024-08-18T15:00:03","slug":"05-09-2022-26-etappe-von-santa-catalina-nach-foncebadon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1355","title":{"rendered":"05.09.2022 26. Etappe von Santa Catalina nach Foncebadon"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_072759-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_072759-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1469\" style=\"width:141px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_072759-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_072759-225x300.jpg 225w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_072759-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_072759-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/IMG_20220906_072759-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Trotz der negativen Stimmung in der Herberge war die Nacht ruhig. Das Fr\u00fchst\u00fcck musste man sich selbst machen. Es waren neben Werner noch der Franzose und Martin mit am Fr\u00fchst\u00fcckstisch. Irgendwie wollten wir alle so fr\u00fch wie m\u00f6glich weg und das erlebte vergessen. Kurz vor dem Gehen tauchte dann auch noch Andrea auf, aber keiner wollte sich so recht mit ihm unterhalten. Kurz nach dem Ortsausgang war eine junge Frau die ein kleines Problem zu haben schien. Ich fragte nach und sie hatte kein Wasser mehr um ihre Medizin zu nehmen. Ich gab ihr selbstverst\u00e4ndlich Wasser und nach einem kurzen Gespr\u00e4ch stellte sich heraus, das sie aus Bamberg kam. Sandra war ihr Name. Irgendwie verstanden wir uns gleich, halt Franken unter sich. Wir gingen die Strecke bis Rabanal zusammen und erz\u00e4hlten uns viele Geschichten aus unserem Leben. Sandra war eine besondere Pilgerin mit einer besonderen Geschichte die mir imponierte. Sie erz\u00e4hlte mir, das sie mit ihren Schuhen unheimlich viele Blasen hatte. Ein Pilger aus Spanien erz\u00e4hlte ihr, das es eine Tauschb\u00f6rse f\u00fcr Schuhe der Pilger geben w\u00fcrde. Ich hatte davon noch nie geh\u00f6rt. Sie erz\u00e4hlte, das sie ein paar Sandalen fand die ihr passten und sie darin nie mehr Blasen hatte. Ihre eigenen Schuhe lies sie dort zur\u00fcck. Ich meinte nur, das es was besonderes w\u00e4re in den Schuhen eines anderen Pilgers nach Santiago zu gehen. Dar\u00fcber k\u00f6nnte sie glatt ein Buch schreiben. Die Zeit mit ihr verging wie im Fluge und schon waren wir in Rabanal. Kurz vorher kam auch noch Yannick aus Berlin dazu. Sandra und er kannten sich schon. In eine Bar tranken wir zusammen einen Kaffee und a\u00dfen noch ein Gep\u00e4ck dazu. Sandra wollte mit Yannick und noch einigen jungen Leuten die dazu gekommen waren weitergehen, was ich verstehen konnte. Viele die sich auf dem Weg finden laufen auch dann meist zusammen gen Santiago. Auch ich war ja schon einige Zeit mit Werner unterwegs. Aber in Rabanal trennten wir uns. Werner ging schon mal voraus nach Foncebadon. Ich wollte noch einige Zeit hier in Rabanal verbringen. Zeit in der Kirche verbringen und auch in der Kapelle der Benediktiner die hier auch eine Herberge betreiben. Ich war hin und her gerissen und musste mich langsam entscheiden. Hier in Rabanal bleiben oder hoch nach Foncebadon. Auf der einen Seite hatte ich viel vom Spirit in dieser Herberge gelesen, die ja von deutschen betreut wird. Auf der anderen Seite hatte Lelia geschrieben. Sie war gestern oben in Foncebadon und hatte ein Bild vom Sonnenaufgang am Cruz de Ferro geschickt. Und eigentlich wollte ich nochmal einen Sonnenaufgang am Cruz de Ferro erleben. Von diesem besonderen Erlebnis hatte ich ja vielen Pilgern erz\u00e4hlt und viele folgten meinen Erz\u00e4hlungen. Um fr\u00fch am Cruz de Ferro zu sein musste man in Foncebadon \u00fcbernachten, das ungef\u00e4hr eine Stunde vom Cruz entfernt war. Lelia berichtete das die kirchliche Herberge in Foncebadon voll war und auch schon f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag fast voll. Sie hatte anscheinend einen guten Draht zum Hospitalero und fragte ob sie reservieren soll. Eigentlich lassen sich kirchliche Herbergen nicht reservieren. Aber Lelia reservierte f\u00fcr Werner und mich. Also musste ich trotzdem hoch nach Foncebadon, Ich wollte das nicht, reservieren und nicht kommen, was f\u00fcr einige sogenannte Pilger normal zu scheinen schien. Es hatte sich, je n\u00e4her es nach Santiago ging, bei einigen Pilger eingeschlichen einfach mal zu reservieren und dann ohne Absage nicht zu kommen wenn man die Pl\u00e4ne kurzfristig ge\u00e4ndert hatte. Eine unsch\u00f6ne Praxis und auch eine der negativen Auswirkungen des Weges. Nach einiger Zeit in der Kirche und der Kapelle von Rabanal machte ich mich bei hohen Temperaturen auf den Anstieg in den ehemals verlassen Ort. Unterwegs traf ich dann auf Verena und ging eine ganze Weile mit ihr. Es war eine sch\u00f6ne Unterhaltung. Ihr Freund Julian war vorausgegangen. An einer Wegbiegung wartete er auf uns und wir gingen zusammen weiter. Unterwegs trafen wir dann Terri und Scott. Wir freuten uns einander wieder zu sehen und gingen zusammen bis zum Ortseingang von Foncebadon. Dort machten wir noch einige Erinnerungsfotos. Foncebadon hatte sich seit meinem ersten Besuch 2007 enorm ver\u00e4ndert. Damals gab es eine Herberge mit Betten im Keller, eine Bar und ein Haus in dem einige Hippies lebten. Heute ist aus diesem ehemals ruhigen Ort eine pulsierende Ortschaft mit vielen Bars, Einkaufsl\u00e4den, Herbergen und sogar einem Hotel geworden. Die wilden Hunde von Foncebadon, von denen Hape Kerkeling in seinem Buch schrieb gab es auch nicht mehr. Verena, Julian, Terri und Scott gingen in die erste Herberge und fanden dort einen Platz. Mittlerweile hatte Werner angerufen, er wartete in einer Bar auf mich und zusammen gingen wir zur alten Kirche in der sich die Herberge befand. Wir waren neben einer Kolumbianerin und ihre Tochter die ersten. Nachdem der Hospitalero gekommen war und wir unsere Betten zugeteilt bekamen war Duschen und Waschen angesagt. Werner zog es gleich in einige der vielen Bars. Ich verbrachte einige Zeit in der einfach gestalteten Kapelle der Kirche. Hier hatte sich seit 2017 nichts ver\u00e4ndert. Das Wetter wurde zunehmend schlechter und der Himmel war voller Wolken. Es begann auch etwas zu regnen. Das verhie\u00df f\u00fcr morgen nichts gutes. Ob ich nochmal einen Sonnenaufgang am Cruz de Ferro sehen w\u00fcrde? Leider wurde in der Herberge kein Abendessen mehr angeboten. Das zusammen kochen und Essen in diesen Herbergen ist immer etwas besonderes. Also machte ich mich auf der Suche nach etwas zu trinken und zum Essen. In einer der vielen Bars fand ich Werner, er sa\u00df an einem Tisch mit vielen Pilgern und ich setzte mich dazu. Zu meiner \u00dcberraschung war auch Werner aus dem Hunsr\u00fcck mit am Tisch. Ich freute mich ihn wieder zu sehen. Er hatte gro\u00dfe gesundheitliche Probleme und erz\u00e4hlte das es f\u00fcr ihn der letzte Abend auf dem Camino w\u00e4re. Er war beim Arzt und der hat ihm geraten abzubrechen. Ich sagte zu ihm, das ich das nicht machen w\u00fcrde so kurz vor dem Ziel. Mach doch ein paar Tage Pause, du hast doch Zeit und sehe dann weiter, so mein Rat an ihm. Aber Werner war nicht um zustimmen, er hatte seine Entscheidung gef\u00e4llt. Schade so kurz vor dem Ziel. Es ist doch nicht so selbstverst\u00e4ndlich in Santiago anzukommen. Ich war in diesem Augenblick so dankbar, das ich trotz meines k\u00f6rperlichen Handicaps einer Polyneuropathie diesen Weg gehen konnte. Am Tisch waren auch noch Dirk und Magdalena. Sie erz\u00e4hlten auch eine ungew\u00f6hnliche Geschichte. Wir alle glaubten sie w\u00e4ren ein Paar. Aber sie waren Arbeitskollegen und ihr Arbeitgeber sah es nicht gerne wenn Kollegen zusammen ihren Urlaub verbringen. So war Magdalena offiziell auf dem Camino und Dirk in Italien. Was f\u00fcr verr\u00fcckte Geschichten es gab. Am Tisch sa\u00df auch noch Karsten, ein D\u00e4ne. Er war einige Zeit mit Werner aus dem Hunsr\u00fcck unterwegs gewesen. Er zeigte einen kleinen Film auf dem er einen Pilger auf dem Weg nach Foncebadon von hinten filmte. Der Pilger hatte einen ziemlich schlechtes Gangbild. Als ich den Film sah, sagte ich nur, das der Pilger ich war. So hatte ich mich noch nie laufen gesehen. Es sah wirklich nicht gut aus und alle wunderten sich, das ich so weit auf dem Camino gehen konnte. Auf dem Weg zur\u00fcck zur Herberge begann es schon zu regnen. Viele Pilger waren schon in ihren Betten. Die Nacht war recht k\u00fchl, so das man heute froh war einen warmen Schlafsack zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz der negativen Stimmung in der Herberge war die Nacht ruhig. Das Fr\u00fchst\u00fcck musste man sich selbst machen. 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