{"id":1329,"date":"2022-08-24T12:39:00","date_gmt":"2022-08-24T11:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1329"},"modified":"2024-08-18T15:43:22","modified_gmt":"2024-08-18T14:43:22","slug":"24-08-2022-14-etappe-atapuerca-nach-burgos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1329","title":{"rendered":"24.08.2022 14. Etappe Atapuerca nach Burgos"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_20220824_160748-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_20220824_160748-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1437\" style=\"width:163px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_20220824_160748-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_20220824_160748-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_20220824_160748-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_20220824_160748-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_20220824_160748-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/IMG_20220824_160748-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Nacht war wieder ruhig, man war wieder im Caminorythmus. F\u00fcr heute hatte ich mir den Weg nach Burgos vorgenommen, knappe 21 km. Da es in der Herberge kein Fr\u00fchst\u00fcck gab machte ich in der n\u00e4chsten Ortschaft zusammen mit Werner ein ausgiebiges Fr\u00fchst\u00fcck. Es gab alles was man sich zum Fr\u00fchst\u00fcck w\u00fcnschte. Eier in allen Variationen. Viele Bars haben sich mittlerweile darauf eingestellt das die Pilger unterwegs des \u00f6fteren Pause machen. Jana, eine Pilgerin aus Berlin dr\u00fcckte es mal recht lustig aus. Sie meinte das es heute ihr 5. Fr\u00fchst\u00fcck war. Es war wieder richtig hei\u00df geworden und der Weg nach Burgos zog sich ziemlich hin. Es ging Stundenlang auf Stra\u00dfen Richtung Burgos. Gef\u00fchlt musste man den Flughafen von Burgos umrunden und irgendwann kam man im Industriegebiet von Burgos an. Kaum waren gelbe Pfeile zu sehen und man musste schon schauen, das man sich nicht verl\u00e4uft. Nach einiger Zeit kam man an einer Kirche an und dort konnte ich mich etwas ausruhen und zur Ruhe kommen. Ein sehr spiritueller Ort. Luca, der italienische Tierarzt kam ebenfalls in die Kirche und wir freuten uns einander wieder zu sehen. Gemeinsam mit Werner und Luca machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Es war alles immer noch sehr schlecht beschildert. Luca nahm kurzerhand sein Handy und suchte den Weg per Google Maps. An einer der vielen Wegkreuzungen viel pl\u00f6tzlich einer meiner Walkingst\u00f6cke in seine Bestandteile. So musste ich mit nur einen Stock weiter gehen, was sehr m\u00fchsam war. Dadurch bin ich des \u00f6fteren beinahe gestolpert und konnte mich mit gro\u00dfer M\u00fche noch fangen. In der N\u00e4he der Kathedrale machten wir eine Rast in einer der vielen Bars. Eine eiskalte Cola brachte den Zuckerspiegel wieder ins Gleichgewicht. Zum Gl\u00fcck konnte ich meinen Walkingstock wieder reparieren. Luca war zwischenzeitlich weitergegangen. Als Herberge hatte ich mir wie 2017 die Casa Emaus, eine kirchliche Herberge ausgesucht. Sie lag etwas abseits des Zentrums. Aber der Aufenthalt 2017 hatte einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Dort angekommen war diese noch nicht ge\u00f6ffnet. Vor der Herberge war eine Grasfl\u00e4che mit B\u00e4umen die Schatten boten. Eine Frau mit 4 Kindern und ein anderer Pilger waren schon da. Eine Hospitalera verteilte Zettel in verschiedenen Sprachen auf denen die Spielregeln der Herberge standen. Danach fragte sie, ob man damit einverstanden ist. Selbstverst\u00e4ndlich war ich es. Werner und der andere Pilger lasen die Zettel recht ausf\u00fchrlich. Darin stand, das der abendliche Gottesdienst und das Abendessen mehr oder weniger verpflichtend sind. Ich wusste das ja schon und ging genau deswegen in diese Herberge. Nach dem die Zimmer bezogen waren, ich war mit Werner und einem Holl\u00e4nder namens Rudolf im Zimmer, kam die Leiterin der Herberge. Zu meiner \u00dcberraschung war es die gleiche wie 2017. Marie Noel, eine sehr engagierte Hospitalera die mich nach diesen 5 Jahren wieder erkannte. Wahnsinn, welches Ged\u00e4chtnis. Marie Noel erkl\u00e4rte ihren Namen. Sie war an Weihnachten geboren, deshalb der zweite Name Noel \u2013 Weihnachten. Werner hatte sich unterwegs entschlossen einiges von seinen 19 kg zur\u00fcck zu schicken. Da es hier in Burgos eine gr\u00f6\u00dfere Post gab, war die Gelegenheit g\u00fcnstig. Das Paket kostete ihm satte 40 Euro. Aber er war erleichtert, brauchte er doch dies alles nicht. Er hatte aber immer noch zu viel Gewicht. Der Weg f\u00fchrte uns nat\u00fcrlich zur Kathedrale, eine der m\u00e4chtigsten Bauwerke entlang des Camino. Ich hatte diese Bauwerk ja bereits vor 5 Jharen besichtigt und verzichtet diesmal darauf, zumal mich dies alles geistig erschlagen h\u00e4tte. Werner, der ja das erstmal hier war besichtigte nat\u00fcrlich das Bauwerk. Vor dem Eingang kam ein Pilger auf mich zu und zu meiner \u00dcberraschung war es Joel, der Spanier aus Frankfurt aus der Herberge in Bayonne. Er wollte doch den Camino de Norte machen. Was machte er hier? Er erkl\u00e4rte mir, das auf dem Camino de Norte st\u00e4ndig alle Herbergen vorgebucht w\u00e4ren und man so gut wie nie einen Schlafplatz bekam. Deshalb wechselte er auf den Camino Frances. Im letzten Jahr hatte er genau das umgekehrte Problem. Wir machten noch ein Wiedersehens Foto und verabschiedeten uns. Nicht ist Zufall. Ihn h\u00e4tte ich hier nicht mehr erwartet. Nach einiger Zeit in der Stadt bei der ich mir ein Eis genehmigte machte ich mich auf den R\u00fcckweg zur Herberge. An einer Bar sa\u00dfen Terri und Scott und riefen mich zu sich. Wir freuten uns einander wieder zu sehen und unterhielten uns eine Weile. F\u00fcr mich nat\u00fcrlich wieder aufgrund der Sprache sehr anstrengend. Zur\u00fcck in der Herberge setzte ich mich in der K\u00fcche an den Tisch mit Rudolf dem Holl\u00e4nder. Es war eine sehr angenehme Unterhaltung. Er erz\u00e4hlte mir, das er im Decathlon war und St\u00f6cke gekauft h\u00e4tte, da er morgen eine l\u00e4ngere Strecke laufen will. Nach einiger Zeit kam auch Werner zur\u00fcck und ging ins Zimmer. Auch Rudolf ging ins Zimmer und kam laut sprechend und aufgeregt zur\u00fcck in die K\u00fcche. &#8222;Mein Geld ist weg, es wurde aus meinem Rucksack gestohlen, hier in der Herberge.&#8220; Er h\u00e4tte 400 Euro im oberen Fach seines Rucksackes gehabt und jetzt w\u00e4ren sie weg. Ein ziemlicher heftiger Vorwurf, und das in einer kirchlichen Herberge. Wir waren alle ziemlich geschockt, hatte er uns doch indirekt verd\u00e4chtigt. Marie-Noel sagte nur, das so etwas in dieser Herberge noch nie vorgekommen ist und glaubte auch nicht, das dies der Fall w\u00e4re. Sie fragte ihn wo er denn \u00fcberall vorher gewesen w\u00e4re. Dabei erz\u00e4hlte er, das er mit einem jungen deutschen M\u00e4dchen in einer Bar gewesen sei. Marie-Noel kannte die Bar und machte sich auf den Weg dorthin. Nach ihrer R\u00fcckkehr erz\u00e4hlte sie, das der Barmann wohl gesehen h\u00e4tte, das dieses M\u00e4dchen wohl an seinem Rucksack war. Pl\u00f6tzlich sagte der Holl\u00e4nder, das muss dann sie gewesen sein, obwohl er daf\u00fcr keinerlei Beweise hatte. Er wusste, das die deutsche Mona hie\u00df. Da sich die Hospitaleros untereinander kennen, rief Marie-Noel alle Herbergen an und fragte nach Mona. Tats\u00e4chlich machte sie diese ausfindig in der Gemeindeherberge. Zur \u00dcberraschung aller hatte Rudolf sogar ihre Telefonnummer und rief sie an. Am Telefon wurde er laut und sagte zu ihr, das sie sein Geld gestohlen h\u00e4tte. Sie verneinte das. Marie-Noel riet ihm es an zu zeigen. Das wollte er aber nicht. Er sagte, er m\u00fcsste morgen mit dem Bus fahren. Was dies damit zu tun hatte erschloss sich uns nicht, zumal er ja mir erz\u00e4hlt hatte, das er morgen eine l\u00e4ngere Strecke gehen wollte. Irgendwie war durch diesen Vorfall die Stimmung in der Herberge am Tiefpunkt. So etwas hatte ich auf all den Caminos, und das sind ja einige, noch nie erlebt. Bei einer Unterhaltung mit Werner er\u00f6ffnete dieser mir, das er mit 6000 Euro Bargeld auf dem Camino unterwegs war. Mir fiel die Kinnlade runter und ich sagte nur, &#8222;Was um Himmelswillen machst du mit soviel Bargeld auf dem Camino?&#8220;. Bei einer Durchsuchung durch die Polizei h\u00e4tte so etwas sicherlich zu einigen Irritationen gef\u00fchrt. Werner wollte auf alles vorbereitet sein. Auch so etwas hatte ich noch nicht erlebt. Um 18.00 Uhr sollte Messe sein. Kurz vorher kam dann Martin in die Herberge. Er hatten auf meinem Rat geh\u00f6rt und kam in die Casa Emaus. Ich freute mich ihn wieder zu sehen. Der Gottesdienst war sehr sch\u00f6n. Leider waren wir nur wenige Pilger an diesem Tag. Am Schlu\u00df des Gottesdienstes spendete der Pfarrer jeden den Einzelpilgersegen. Danach gab es das ber\u00fchmte Emausmahl. Besonders beeindruckend war die Begegnung und Unterhaltung mit der franz\u00f6sischen Familie. Eine Frau mit ihren 3 T\u00f6chtern und einem Sohn. Sie haben in Frankreich den Camino in Etappen begonnen und hatten heute ihren letzten Tag f\u00fcr dieses Jahr. Das diese jungen Menschen zusammen mit ihrer Mutter pilgern ist schon au\u00dfergew\u00f6hnlich. Im Anschluss an das Essen wurde noch zusammen gebetet und gesungen. Hier sp\u00fcrte man trotz aller Wirrungen des Tages die Seele des Camino. Gl\u00fccklich wieder an diesem Ort zu sein gingen wir alle zu Bett.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht war wieder ruhig, man war wieder im Caminorythmus. F\u00fcr heute hatte ich mir den Weg nach Burgos vorgenommen, knappe 21 km. 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