{"id":1139,"date":"2019-08-14T13:58:55","date_gmt":"2019-08-14T12:58:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1139"},"modified":"2019-09-15T15:08:48","modified_gmt":"2019-09-15T14:08:48","slug":"4-etappe-navio-nach-labruja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1139","title":{"rendered":"4. Etappe Navio nach Labruja"},"content":{"rendered":"<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #222222;\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/20190814_095316.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1183\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/20190814_095316-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Nacht war sehr ruhig im Schlafsaal, keine l\u00e4stige Fliege, kein Schnarchen, nur drau\u00dfen das zirben der Grillen. Ich habe so gut wie schon lange nicht mehr geschlafen. Da wir alle gemeinsam bei Fernanda um 7.30 Uhr Fr\u00fchst\u00fcck machen wollten, konnte man heute richtig Zeit lassen. Fr\u00fchst\u00fcck machte Fernanadas Mann und leider war Fernanda nicht zu sehen. Ich hatte schon Bedenken, das wir sie heute nicht mehr sehen. Wir alle hofften das sie noch kommen w\u00fcrde, damit wir uns von ihr verabschieden konnten. Die Herberge war auf Spendenbasis und man gab gerne gro\u00dfz\u00fcgig, denn jeder wusste ja selbst was er gegessen und vor allem an Wein getrunken hatte. Als wir unsere Stempel abgeholt und auch das Donativo gezahlt hatten kam Fernanada zum Abschied nehmen. Heute ging ich wieder alleine los. Ich war der erste, der die Herberge verlie\u00df und so hatte ich alle hinter mir. Da es bereits 8.30 Uhr war wollte ich heute nicht ganz so lange gehen und hatte mir als Ziel Labruje ausgesucht. Meine Etappenziele suchte ich meist antizyklisch zu den Zielen in den Pilgerf\u00fchrern. Wenn man zwischen den gro\u00dfen Etappenzielen \u00fcbernachtet muss man wenigstens nicht vorbuchen. Das wollte ich auf keinen Fall machen. Dadurch musste ich aber auch mal l\u00e4nger Strecken in Kauf nehmen. Die Temeperaturen waren auch heute sehr hoch und st\u00e4ndig ging es \u00fcber Kopfsteinpflaster, was ganz sch\u00f6n auf die Knochen ging. \u00dcber Vittori de Piaes kam ich gegen Mittag in Ponte de Lima an, einen der \u00e4ltesten und sch\u00f6nsten Orte von Portugal. Hier herrschte ein reges Stadtleben. Auf dem Weg durch die Stadt sprach mich ein \u00f6sterreichisches Paar, das mit einem Kind unterwegs war, an. Die beiden kamen aus der Steiermark und ihre Tochter war erst 13 Jahre alt. Sie war total vom Weg begeistert und sammelte am liebsten Stempel. Man merkte ihr an, das sie bereits den Caminovirus hatte und das mit 13 Jahren. Nach der Br\u00fccke gab es eine kleine Kapelle, in der man etwas in Ruhe sitzen und seine Gedanken wieder ordnen konnte. Vor der Kapelle traf ich dann Katharina wieder und wir beschlossen zusammen einen Kaffee zu trinken. Als wir gerade losgingen, trafen wir auf einen Amerikaner, der mit seinem Sohn unterwegs war. Es stellte sich heraus, das sie erst morgen ihren Camino beginnen wollten und suchten schon heute mal nach dem Beginn des Weges in Ponte de Lima. Zusammen gingen wir mit den beiden ein kurzes St\u00fcck bis an den Stadtrand. Unterwegs machten wir noch kurz Rast an einer kleinen Bar. Katharina bestellte Nudeln und da die Betreiberin der Bar Italienerin war konnte sie diese ganz besonders gut zu bereiten. Ich bekam zum probieren auch etwas ab und freute mich dar\u00fcber. Die Betreiberin der Bar schlug uns vor, das wir bei ihr in kleinen Zelten \u00fcbernachten k\u00f6nnten, was wir aber ablehnten, obwohl es sicherlich eine ganz neue Erfahrung gewesen w\u00e4re. Ich ging vor Katharina los und relativ ereignislos ging es dann dem heutigen Etappenziel entgegen. Kurz vorher kam mir noch ein Pilger entgegen, was ja relativ seltsam ist oder wiederum auch nicht. Ist doch der umgekehrte Weg des Camino, der Pilgerweg von Santiago nach Fatima. Der Camino ist mit gelben Pfeilen gekennzeichnet, der Weg nach Fatima mit blauen Pfeilen. Der Pilger der mir entgegen kam war Antonio und er hatte auf seinem Rucksack eine brasilianische Fahne. Wahnsinn, aus Brasilien anzureisen um den Pilgerweg von Santiago nach Fatima zu pilgern. Wir unterhielten uns eine Weile und ich erz\u00e4hlte ihm das mein Enkel auch Anton hei\u00dft. Das freute ihm ganz besonders und wir w\u00fcnschten einander alles Gute, und Buen Camino f\u00fcr unsere Wege. Nach einem kleinen Anstieg kam dann schon die Herberge von Labruja die ich nach ca. 26 km erreichte. Sie war relativ neu und hatte 2 Schlafr\u00e4ume mit je 4 Betten und saubere neue Sanit\u00e4rr\u00e4ume. Kurz nach mir kam dann auch Katharina an und wir bezogen unsere Betten. Da ausser uns noch keiner da war konnte jeder ein Zimmer f\u00fcr sich in Beschlag nehmen. Sp\u00e4ter kamen dann noch Oleg, Luba und ihr 10 j\u00e4hriger Sohn Demit aus Kasan in Russland dazu. Sie hatten aber ein seperates 3 Bettzimmer f\u00fcr sich gebucht. Russische Pilger hatte ich bisher auf den vielen Jakobswegen noch nicht getroffen. Beim gemeinsamen Abendessen konnten wir uns dann n\u00e4her kennenlernen. Sie waren sehr nett und auch als Pilger im christlichen Sinn unterwegs. Sie waren auch Fu\u00dfballfans und schenkten mir das Maskottchen der WM 2018 in Russland. Die WM dort ging ja bekanntlich nicht so gut f\u00fcr uns deutsche aus. Im Gegenzug durften sie sich einen Segensspruch ziehen. Nat\u00fcrlich musste Google Translate \u00fcbersetzen. Katharina und ich genehmigten uns an diesem Abend eine Flasche Wei\u00dfwein und gingen gegen 21.00 Uhr schlafen. Es war eine sternenklare Nacht und aus der Ferne h\u00f6rten wir Musik und Gesang. Es stellte sich heraus, das am Vorabend zu Maria Himmelfahrt in vielen Kirchen mit Gebeten und Gesang dieser Feiertag begangen wurde. Es h\u00f6rte sich einfach mystisch an den Gesang in die Nacht hinaus zu h\u00f6ren. So sa\u00df ich noch \u00fcber eine Stunde auf dem Balkon und lauschte in die Nacht bis ich schlie\u00dflich zu Bett ging.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #222222;\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Obrigado und Bom Caminho<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht war sehr ruhig im Schlafsaal, keine l\u00e4stige Fliege, kein Schnarchen, nur drau\u00dfen das zirben der Grillen. Ich habe so gut wie schon lange nicht mehr geschlafen. 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