{"id":1137,"date":"2019-08-13T13:56:40","date_gmt":"2019-08-13T12:56:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1137"},"modified":"2019-09-15T15:07:06","modified_gmt":"2019-09-15T14:07:06","slug":"3-etappe-petra-furada-nach-navio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1137","title":{"rendered":"3. Etappe Petra Furada nach Navio"},"content":{"rendered":"<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #222222;\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/20190814_082834.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1182\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/20190814_082834-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Diesmal war die Nacht recht unruhig, obwohl wir doch nur 4 Personen im Schlafssal waren. \u00dcber mir flog st\u00e4ndig eine surrende Fliege und war nicht zu verjagen. Richtig nervig. Dadurch schlief ich nur sporadisch ein und war nicht wirklich ausgeschlafen am n\u00e4chsten Morgen. Katharina erging es ebenso. Sie hatte entweder die selbe Fliege \u00fcber sich oder ihre eigene. Jedenfalls hatte sie auch kein Auge zugetan. Die einzigen die fest schliefen waren die beiden Italienerinnen, sie wurden anscheinend von den Fliegen in Ruhe gelassen. Kurz nach Sonnenaufgang gingen wir an diesem Morgen los, die Italienerinnen schliefen noch tief und fest. Nicht mal jetzt wechselten unsere Fliegen zu ihnen um sie zu \u00e4rgern. Das Wetter konnte zum Pilgern eigentlich nicht besser sein. Schon nach ca. 10 km kamen wir gemeinsam in Barcelos, eine der sch\u00f6nsten Orte auf diesem Camino Portugues an. Barcelos ist f\u00fcr seine handgefertigte T\u00f6pferkunst bekannt, insbesondere f\u00fcr den Galo de Barcelos \u2013 einen farbenfrohen Hahn, der ein inoffizielles Nationalsymbol ist und oft als Symbol f\u00fcr Portugal verwendet wird. Die mittelalterliche, ummauerte Stadt liegt auf einem Hang oberhalb des Flusses Cavado.<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #222222;\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Nach der Besichtigung der Altstadt verloren Katharina und ich uns aus den Augen. Wir hatten zwar zusammen noch ein gemeinsames Foto gemacht, aber keine Telefonnummern ausgetauscht. Vor der Kirche traf ich noch 3 deutsche Pilger mit denen ich mich kurz austauschte. So setzte ich meinen Weg wieder alleine fort. Nach der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone traf ich auf eine markante Kirche \u201eBom Jesus\u201c. Ich ging hinein und gerade begann ein Gottesdienst. Kurz entschlossen blieb ich da und feierte den Gottesdienst mit. Man verstand zwar kein Wort, aber der Ritus ist ja gleich. Auch waren noch 2 weitere Pilger mit in der Messe. Der Weg aus der Stadt zog sich noch etwas hin und hier gab es laut Pilgerf\u00fchrer wieder mal 2 Varianten. Ich mag das eigentlich nicht mit den Varianten, denn man muss dann st\u00e4ndig lesen um wieder zur\u00fcck zum Hauptweg zu finden. Nach einiger Zeit hatte ich es aber geschafft und war am Stadtrand angelangt. Als ich an einer Kirche vorbei ging riefen aus einem nahegelegenen Cafe 3 Pilger mir zu. Ich ging zur\u00fcck und es waren die 3 deutschen Pilger, die ich schon am Anfang von Barcelos heute fr\u00fch getroffen hatte. Sie waren sehr sympathisch und wir kamen gleich miteinander ins Gespr\u00e4ch. Es waren Laura und ihr Freund Sebastian aus K\u00f6ln und Daria aus M\u00fcnchen, die sich den beiden angeschlossen hatte. Ich \u00e4rgerte mich anschlie\u00dfend etwas, das ich ihnen keine Karte mit den Segensw\u00fcnschen ziehen lie\u00df. Bei Sonnenschein ging es recht flach dahin und ich war schon um 12.30 Uhr in Portela de Tamel. Hier in der N\u00e4he der Kirche gab es eine \u00f6ffentliche Herberge und ich ging hin zur Kirche die auf einem H\u00fcgel lag. Diese war leider geschlossen. Nebenan vor der Herberge sa\u00dfen eine Frau und 2 Jugendliche. Sie warteten darauf das die Herberge aufmachte. Aber das war erst gegen 14.00 Uhr der Fall. Sie baten mich sich zu ihnen an ihren Tisch und boten mir gleich Obst an zur St\u00e4rkung. Die Pilger kamen aus S\u00fcdafrika und es war nett mit ihnen zu plaudern. Irgendwie passte die Chemie, obwohl mein Englisch immer noch recht holprig war. Nun kam auch noch der Mann dazu. Eine Familie aus S\u00fcdafrika auf dem Camino. Welch eine lange Anreise um diesen Weg zu gehen. Ich blieb noch eine ganze Weile sitzen und gab ihnen zum Abschied jeweils ein K\u00e4rtchen mit den Segensw\u00fcnschen. Sie konnten zwar kein deutsch aber Google Translate kann ja beim \u00fcbersetzen helfen. Sie freuten sich so dar\u00fcber, das sie mich fragten, ob ich nicht doch hier \u00fcbernachten wolle. Einen kurzen Moment dachte ich, das w\u00e4re was f\u00fcr mich. Aber es war ja noch recht fr\u00fch am Tag und eigentlich wollte ich zur Kultherberge Casa Fernanda in Navio. Von hier waren es noch ca. 10 km. So verabschiedete ich mich von ihnen so herzlich, als wenn wir uns schon Jahre kennen w\u00fcrden, dabei war es nur eine halbe Stunde. So etwas gibt es nur auf dem Camino. Und so setzte ich etwas zweifelnt meinen Weg fort. Auf einem engen Steig neben der Leitplanke einer Stra\u00dfe stolperte ich pl\u00f6tzlich und fiel nach vorne. Zum Gl\u00fcck konnte ich mich etwas abfangen, jedoch schlug ich mir das rechte Knie ziemlich heftig auf, so das es blutete. An einem Brunnen wusch ich die Wunde aus und beim gehen dachte ich nur, \u201eWarum bist du nicht an der Herberge bei den S\u00fcdafrikaneren geblieben?\u201c Eine kurze Zeit \u00fcberlegte ich aufgrund der Verletzung zur\u00fcck zu gehen, entschloss mich dann aber doch meine heutiges Tagesziel an zu laufen. Alleine lief ich die Strecke nach Navio, was einfach herrlich war. Das Hinweisschild f\u00fcr die Casa Fernanda ist relativ unauff\u00e4llig angebracht und weist den Weg durch eine Weinlaube hinein in die Herberge. Dort angekommen, wurde ich herzlich von Fernanda, der Herbergsmutter begr\u00fc\u00dft. Das Ambiente der Herberge war einfach genial und es erinnerte an viele Kultherbergen vom Camino Frances. Ich fragte nach, ob sie noch ein Bett f\u00fcr mich h\u00e4tte und sie sagte ja. Ich war erleichtert, waren es doch heute ca. 32 km geworden und das bei der heftigen Hitze. Sonst h\u00e4tte ich noch weiter laufen m\u00fcssen. Zu meiner \u00dcberraschung war Katharina auch schon da. Wir hatten ja gestern dar\u00fcber gesprochen, das ich zur Casa Fernanada wollte und sie muss mich wohl \u00fcberholt haben als ich beim Gottesdienst war. Wir freuten uns, das wir uns wieder gefunden hatten und tauschten nun unsere Handynummern aus. Eine weitere deutsche war auch noch da, Juliane, eine flippige Erzieherin aus K\u00f6ln. Sie machte auch zum ersten mal den Weg und wollte aber nicht bis Santiago sondern nur bis Tui an die spanische Grenze. Etwas ungew\u00f6hnlich. Fernanda war eine Seele von Mensch, Sie brachte Kaffee und Wein und so liesen wir es uns an diesem Nachmittag bei netten Gespr\u00e4chen gut gehen. Fernanada erz\u00e4hlte, das sich der Camino in den letzten Jahren ver\u00e4ndert habe, nicht immer zum positiven, was ich ihr best\u00e4tigen konnte. Fernanda erz\u00e4hlte auch, das sie mittlerweile Pilger, die ein \u00fcberzogenes Anspruchsdenken haben, nicht mehr aufnimmt. Es gab einen gro\u00dfen Schlafsaal und sogar ein Bett drau\u00dfen auf der Veranda zum \u00fcbernachten unter dem Sternenhimmel. Katharina wollte das machen, entschied sich dann trotzdem anders. Fernanda hatte ziemlich viele Haustiere. Hunde, H\u00fchner, Katzen und sogar ein Hausschwein. Der Nachmittag verging ziemlich schnell, zumal man ja auch noch duschen und waschen musste. Sp\u00e4ter kamen dann noch 3 Franz\u00f6sinnen, 2 Koreaner und ein italienisches P\u00e4rchen, Carla und Salvo, in die Herberge. Als ich Salvo fragte, was er denn beruflich machen w\u00fcrde, wich er erst aus, aber dann sagte er, das er f\u00fcr den Vatikan t\u00e4tig ist. Ich sagte nur zum Spa\u00df, das er die Nummer 2 nach Franziskus w\u00e4re und in der \u00e4ltesten und gr\u00f6\u00dften Firma der Welt arbeiten w\u00fcrde. Das fand er lustig und so hatten wir noch eine regen Austausch. Fernanda hatte mittlerweile das Abendessen f\u00fcr alle in ihrer K\u00fcche vorbereitet und wir hatten dort einen der genialsten Abende auf diesem Camino. Der Wein tat sein \u00fcbriges dazu. Meist kann ich dann am besten Englisch reden. In diesen Herbergen ist es wie nach Hause kommen und man trifft dort meist auch auf die Pilger, die den gleichen Spirit haben. Die anderen meiden zum Gl\u00fcck meist diese Herbergen. Gegen 22.00 Uhr gingen wir dann alle schlafen,<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #222222;\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Obrigado und Bom Caminho<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal war die Nacht recht unruhig, obwohl wir doch nur 4 Personen im Schlafssal waren. \u00dcber mir flog st\u00e4ndig eine surrende Fliege und war nicht zu verjagen. Richtig nervig. 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