{"id":1049,"date":"2017-09-14T21:46:36","date_gmt":"2017-09-14T20:46:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1049"},"modified":"2017-09-17T20:22:17","modified_gmt":"2017-09-17T19:22:17","slug":"persoenliches-schlusswort-von-pilgerhard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1049","title":{"rendered":"Pers\u00f6nliches Schlusswort von Pilgerhard"},"content":{"rendered":"<p><strong>D<a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170624_180831.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-947\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170624_180831-150x150.jpg\" alt=\"20170624_180831\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>er Weg ist das Ziel \u2013 aber ohne Ziel kein Weg.<br \/>\n<\/strong>Ich habe mein Ziel, den Jakobsweg zu Fu\u00df von zu Hause bis nach Santiago de Compostela und weiter bis Finisterre ans Ende der Welt zu pilgern erreicht. Danken m\u00f6chte ich an dieser Stelle meiner Familie, vor allem meiner Frau Heike, meinen T\u00f6chtern Lisa und Theresa, meiner Mutter, und auch meinem Arbeitgeber, Rita und Andreas. Sie alle haben es mir \u00fcber die 8 Jahre immer wieder erm\u00f6glicht eine Auszeit zu nehmen, damit ich mich auf den Pilgerweg machen, um mir diesen Traum erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Im Herzen und im Gebet hatte ich sie alle auf dem Weg immer bei mir. Danke auch den beiden Pfarrern Michael Dotzauer und Sven Raube die uns jedes Jahr den Pilgersegen spendeten. Danke nat\u00fcrlich auch an meinen Mitpilger Edgar, der mich 8 Jahre auf dem Weg ertragen wollte und ertragen musste. Nicht immer waren wir einer Meinung, was ja eigentlich normal ist wenn man so lange zusammen unterwegs ist. Aber letztlich haben wir unser gemeinsames Ziel auch gemeinsam erreicht. Es war immer wieder spannend jedes Jahr sich neu auf den Weg zu machen und unterwegs auch manchmal an seine k\u00f6rperlichen Grenzen zu gehen. Wenn du einmal mit dem Caminovirus infiziert bist, l\u00e4sst dieser einem auch nicht mehr los. Als ich nach so langer Zeit des Pilgerns die m\u00e4chtige Kuppel der Kathedrale erblickte, wurde es zur Gewissheit, dass dies ein ganz besonderer Ort f\u00fcr mich ist. Das Gef\u00fchl, das Ziel erreicht zu haben war grandios, man muss es erlebt haben, beschreiben l\u00e4sst es sich jedenfalls nicht. Dieser Weg l\u00e4sst einen die Verbundenheit mit einem gr\u00f6\u00dferen Ganzen f\u00fchlbar werden. Er ist die Suche nach Sinn und Wert in unserer modernen hektischen Welt. In Gespr\u00e4chen mit anderen Pilgern ging es oft um die Frage: Hat dich der Weg ver\u00e4ndert? Dabei gab es oft den einen oder anderen Pilger, der dann anfing, von der unglaublichen Kraft dieses Weges zu schw\u00e4rmen. Von den wunderbaren, herrlichen Tagen, die man nur hier erleben k\u00f6nnte. Und von den Fragen, die \u2013 richtig gestellt \u2013 der Weg beantworten kann. Wenn man l\u00e4uft, ohne von den Dingen des Alltages abgelenkt zu werden, dann f\u00e4ngt man an, \u00fcber Dinge nachzudenken, von denen man vielleicht gar nicht wusste, dass sie in einem schlummern. Was jedoch einmalig an ihm ist, ist die Pilgergemeinschaft. Jeder l\u00e4uft mit demselben Ziel. Das schwei\u00dft zusammen. Schon nach wenigen Augenblicken erz\u00e4hlt man sich sehr pers\u00f6nliche Dinge und man lernt sich sehr schnell, sehr gut kennen. Man lernt Menschen aus den unterschiedlichsten L\u00e4ndern und Schichten kennen und stellt irgendwann verbl\u00fcfft fest: Im Grunde sind wir alle gleich. Egal von woher wir kommen und was unser gesellschaftlicher Status ist, wir w\u00fcnschen uns alle das selbe. Hier auf dem Jakobsweg kommen Menschen in Dialog, deren Nationen sich bek\u00e4mpfen. Und \u00fcberrascht stellen wir alle fest: es macht keinen Unterschied, woher wir kommen. Dankbar kann ich auf eine wunderbare Zeit, reich an Eindr\u00fccken, Emotionen, Erfahrungen und Erlebnissen zur\u00fcckblicken. Was mich aber am meisten beeindruckte, waren die Begegnungen mit den Pilgern aus aller Welt. Ich habe tolle Menschen getroffen, viele bereichernde und tiefgr\u00fcndige Gespr\u00e4che gef\u00fchrt. Wir haben gemeinsam gelacht, geweint und geschwiegen. Es wurden Freundschaften geschlossen, man a\u00df, trank und teilte miteinander. Noch heute habe ich mit vielen Pilgern Kontakt, obwohl man sich manchmal nur wenige Stunden im Leben begegnet war. Der Weg geht aber weiter und ist nicht an der Kathedrale von Santiago oder in Finisterre am Null Kilometer Stein zu Ende. Vieles habe ich auf dem Weg gelernt. Ich wei\u00df, dass alles einem Plan folgt, Gottes Plan, und nichts was geschieht ist Zufall. Nie h\u00e4tte ich gedacht, dass der Weg einen so tiefen Eindruck in mir hinterl\u00e4\u00dft. Jeder Schritt und jede Begegnung hat sich in mein Ged\u00e4chtnis eingebrannt und ich bin dankbar das ich dies erleben durfte. Ich freue mich \u00fcber jedes Foto, dass ich auf dem Weg gemacht habe, aber die Bilder und Begegnungen sind alle in meinem Kopf und in meinem Herzen. Nie werde ich die gr\u00fcnen Felder, die Sonne, den Regen, die Farben und die Menschen die man in den Orten getroffen hat, vergessen. Das Pilgern auf dem Jakobsweg kann man micht wie eine Pauschalreise planen. Der Pilgerweg ist so individuell, wie jeder einzelne Pilger selbst. Wer ihn durchzuplanen versucht, bringt sich um die wahren, tiefen Erfahrungen und verpasst dieses Rendezvous mit der Seele des Camino. Ich habe erlebt, dass mein pers\u00f6nliches Umfeld sehr interessiert ist an den Erz\u00e4hlungen und Geschichten, aber verstehen was in einem vorgeht, k\u00f6nnen nur die, die den Weg selbst gegangen sind. Nach meiner R\u00fcckkehr in den Alltag habe ich ganze 10 Wochen lang geglaubt, dass ich genug f\u00fcr den Rest meines Lebens gelaufen und gepilgert bin und war der \u00dcberzeugung das ich keinen Jakobsweg mehr laufen werde. 10 Wochen lang!? Diesen Weg w\u00fcrde ich als Therapie jedem Politiker, den Wirtschaftsbossen, allen Bankern und B\u00f6rsengurus und so manchem meiner Landsleute mit ihrem \u00fcbertriebenen Perfektionismus wie es nur Deutsche an sich haben, verschreiben. Es w\u00fcrde ihre K\u00f6pfe frei machen und den Fokus wieder auf das Wesentliche richten. Auf menschliche Werte, die immer mehr verkommen im Sumpf unserer heutigen Welt. Miteinander, Herzlichkeit, menschliche W\u00e4rme, Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Achtung, Toleranz und Akzeptanz. Dankbarkeit, Gerechtigkeit, einfach mal zuh\u00f6ren oder einfach nur f\u00fcr den anderen da sein. Alles Dinge, die jeder Pilger auf dem Camino sucht. Unsere heutige unpers\u00f6nliche digitale Welt fri\u00dft oft die Seele und die Liebe der Menschen auf. Religi\u00f6se Gr\u00fcnde haben heute die wenigsten, die sich auf diesen Weg machen, was man auch oft am Besuch der Pilgermessen sieht, in denen manchmal kaum noch Pilger anzutreffen sind. Es sind Menschen aus aller Herren L\u00e4nder, die das Gleiche suchen n\u00e4mlich Gemeinschaft. Und auf dem Weg findet man diese Gemeinschaft. Man hilft sich gegenseitig und kommuniziert miteinander. Man verliert sich und man findet sich wieder um sich dann vor Freude herzlich zu umarmen. Es gibt viele Gr\u00fcnde den Weg zu gehen und jeder hat seine eigenen Gr\u00fcnde warum er den Weg geht und man muss daf\u00fcr auch keiner Glaubensrichtung angeh\u00f6ren. Eigentlich hat das ja Jesus unser Herr schon gepredigt. Wenn wir diese Welt nicht an die Wand fahren wollen, m\u00fcssten wir uns nur an seine Sache halten. Doch wir sind einfach zu gierig, zu neidisch, zu geizig und nicht ehrlich zu uns selbst. Was wir daraus gemacht haben, ist besch\u00e4mend. Er w\u00fcrde sich heutzutage die Haare raufen, was hier so in seinem Namen abgeht. Ich habe vor allem Frankreich und Spanien in mein Herz geschlossen. Dort interessiert es meist keinen, was du f\u00fcr ein Auto f\u00e4hrst, wie gro\u00df dein Anwesen ist oder wieviel Geld du hast. Dort wird nicht wie in Deutschland jeder Grashalm in Euro umgerechnet. Das zu erfahren tat unterwegs sehr gut. Man hat den Eindruck das sie einfach mehr Freude am Leben und ein v\u00f6llig anderes Lebensgef\u00fchl haben, das wir uns auch aneignen sollten. Ich kann nur jedem empfehlen, einmal diesen Pilgerweg zu machen. Die Erfahrungen, die man dort sammelt, den Menschen denen du dort begegnest und das Kennenlernen deiner selbst wird dich dein Leben lang begleiten und auch ver\u00e4ndern oder zumindest beeinflussen. In diesem Sinne:<\/p>\n<p><strong>\u201eNichts ist Zufall\u201c<\/strong><\/p>\n<h2>Segensw\u00fcnsche:<br \/>\nWenn Segen N\u00e4he ist, wenn N\u00e4he W\u00e4rme ist, wenn W\u00e4rme Leben ist, Wenn Leben Gottes Geschenk ist, wenn Gottes Geschenk die Liebe ist, dann w\u00fcnsche ich Dir viel von Gottes Segen.<br \/>\nWenn Segen Leben ist, wenn Leben Freude ist, wenn Freude Tanz ist, wenn Tanzen Spielen ist, Wenn Spielen Gottes Geschenk ist, dann w\u00fcnsche ich Dir viel von Gottes Segen.<br \/>\nWenn Segen Freude ist, wenn Freude auch Leid ist, wenn Leid Tod ist, wenn das Ende Tod ist, wenn das Ende der Anfang ist, wenn der Anfang Gottes Geschenk ist, dann w\u00fcnsche ich Dir viel von Gottes Segen.<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weg ist das Ziel \u2013 aber ohne Ziel kein Weg. Ich habe mein Ziel, den Jakobsweg zu Fu\u00df von zu Hause bis nach Santiago de Compostela und weiter bis Finisterre ans Ende der Welt zu pilgern erreicht. 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