{"id":1025,"date":"2017-06-17T21:17:51","date_gmt":"2017-06-17T20:17:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1025"},"modified":"2017-09-14T21:19:50","modified_gmt":"2017-09-14T20:19:50","slug":"105-etappe-von-ventas-nach-melide","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1025","title":{"rendered":"105. Etappe von Ventas nach Melide"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;font-family: Times New Roman;font-size: medium\"><a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170617_063707.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-943\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170617_063707-150x150.jpg\" alt=\"20170617_063707\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Kurz nach 6.00 Uhr verlie\u00dfen wir die Herberge. Heute mussten wir uns wieder mal aus dem Schlafsaal schleichen, da einige noch nicht aufstehen wollten. Frank war auch bereits wach und so liefen wir gemeinsam los. Es war an diesem Junimorgen richtig kalt und nebelig und man konnte die Hand kaum vor den Augen sehen. Irgendwie ungew\u00f6hnlich f\u00fcr diese Jahreszeit. Es waren noch nicht all zu viele Pilger unterwegs. Nach ca. 1 Stunde liefen wir an einer Herberge vorbei und aus dem Nebel h\u00f6rten wir eine bekannte Stimme. Es war Marianne, sie hatte hier \u00fcbernachtet und wollte auch gerade losgehen. Der Camino verliert wirklich niemanden. Wir hatten uns ja nicht verabredet oder miteinander telefoniert. Ich sagte wieder mal zu Marianne &#8222;Nichts ist Zufall&#8220; und sie musste mir zustimmen, das dies wirklich kein Zufall war sondern eine F\u00fcgung. An der Bar stand \u00fcbrigens ein Stein, auf dem in mehren Sprachen stand: Free Hugs, &#8211; Freie Umarmungen. Irgendwie ansprechend. Marianne berichtete uns von einer sehr angenehmen Atmosph\u00e4re und sch\u00f6nen Ritualen, die es in der Herberge gab. Schade, das wir die Nacht nicht dort verbrachten. Wir gingen gemeinsam bis zur n\u00e4chsten Bar und genehmigten uns dort ein leckeres Fr\u00fchst\u00fcck. Nach und nach kamen immer mehr Pilger in die Bar, darunter auff\u00e4llig viele Deutsche. Mit einigen kam man nat\u00fcrlich schnell ins Gespr\u00e4ch. Anscheinend hatten sich in den vergangenen Tagen vermehrt Deutsche auf den Weg gemacht. Der Hape Kerkeling Effekt l\u00e4sst immer noch gr\u00fc\u00dfen. Am sp\u00e4ten Vormittag erreichten wir Palas de Rei. Am Ortseingang steht die Gemeindeherberge, in dieser hatten wir vor 10 Jahren schon \u00fcbernachtet. Sie war damals gerade neu er\u00f6ffnet worden. Die Kirche von Palas de Rei ist wirklich sehenswert und einen Besuch wert. Man gibt sich dort besonders M\u00fche die Pilger die kommen und etwas verweilen wollen spirituell anzusprechen. Bei meditativer Musik verweilten wir eine l\u00e4ngere Zeit in der Kirche. Beim Gehen konnte jeder Pilger einen Bibelspruch in seiner Sprache aus einem Korb nehmen. Die Kirche von Palas de Rei, ein wirklich besonderer Ort am Weg. In der Ortsmitte sa\u00dfen in einer Bar zwei junge M\u00e4dchen und riefen uns zu. Wir mussten kurz \u00fcberlegen, bei den vielen Gesichtern die man mittlerweile kennengelernt hatte. Aber es dauerte nicht lange und wir erkannten sie schnell wieder. Es waren zwei von den Amerikanerinnen die wir in der Herberge Emaus in Burgos kennengelernt hatten. Sie freuten sich uns wieder zu sehen. Leider hatten wir uns nach Burgos aus den Augen verloren, aber der Camino verliert niemanden. Anschlie\u00dfend ging es durch richtige Kuhd\u00f6rfer auf deren Stra\u00dfen die K\u00fche noch frei umherlaufen. So mancher Pilger der nicht l\u00e4ndlich aufgewachsen ist hatte schon geh\u00f6rigen Respekt vor den gro\u00dfen Tieren. F\u00fcr Pilger wie uns, die auf einem Bauernhof aufgewachsen sind allerdings nichts ungew\u00f6hnliches. Eine lustige Begebenheit dazu gibt es allerdings zu berichten. Die St\u00fchle und Tische einer Bar standen ziemlich nahe an einem Kuhstall und beim heraustreiben der K\u00fche mussten diese an den Tischen vorbei, dabei leckte eine Kuh bei Edgar von hinten um den Hals. Zumindest musste er sich heute den Hals nicht mehr waschen. Auch so etwas geh\u00f6rt manchmal zum Camino und sorgt f\u00fcr Heiterkeit unter den Pilgern. Eigentlich wollten wir ja nicht mehr in den gr\u00f6\u00dferen Orten \u00fcbernachten sondern antizyklisch in kleineren Orten. Aber es ergab sich heute einfach aufgrund der weiteren Planungen f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage das wir heute Melide als Ziel ansteuerten. Der Weg vom Ortsanfang bis zum Zentrum war relativ lange und es war um die Mittagszeit wieder richtig hei\u00df geworden. Kaum zu glauben, wenn man an den heutigen Morgen bei K\u00e4lte und Nebel denkt. Zum \u00dcbernachten wollten wir in die Gemeindeherberge die direkt im Zentrum neben der Kirche San Anton lag. Der Name San Anton \u2013 welch ein Zufall \u2013 oder Zuf\u00e4lle gibt es nicht sondern F\u00fcgungen. Meine schwangere Tochter Lisa hatte mir heute morgen geschrieben, das sie seid heute weis, das es ein Junge wird, und als Namen hatten sie sich Anton bereits ausgesucht, wenn es ein Junge werden sollte. Einen M\u00e4dchennamen hatten sie ja noch nicht, deshalb fragte ich ja die weiblichen Pilger immer nach ihren Namen, um vielleicht einen geeigneten zu finden. Dies konnte ich nun auch beenden. Zwar schade, denn es war immer lustig den Pilgerinnen zu erkl\u00e4ren, warum ich ihren Namen wissen wollte. Viele freuten sich wenn ihr Name in die engere Auswahl von mir kam. &#8222;Nichts ist Zufall&#8220; dachte ich nur und freute mich. In der Herberge standen schon viele Pilger an und wir wurden von ihnen mit Umarmung begr\u00fcsst. Es waren die Kolumbianer die uns so herzlich begr\u00fc\u00dften und wir hatten einander mittlerweile ins Herz geschlossen. Besonders begr\u00fc\u00dfte mich Fernando. Durch unsere Begegnung im Kloster Samos waren wir so miteinander verbunden. Kurz darauf kam auch noch Catarina aus Italien dazu. Sie entschloss sich allerdings heute noch weiter zu gehen. In der K\u00fcche trafen wir auf einen Koreaner namens Lee, den wir in den vergangenen Tagen auch schon hin und wieder getroffen hatten. Irgendwie hie\u00dfen sehr viele Koreaner Lee. Bei ihm sa\u00df seine ganze Familie, seine Frau und 3 Kinder. Sie waren heute aus Korea angereist um ihren Mann\/Vater , der seinen Weg in St. Jean pied de Port begonnen hatte, f\u00fcr den Rest des Weges zu Fu\u00df nach Santiago zu begleiten. Wahnsinn welche Strapazen, Entfernungen und Kosten Menschen auf sich nehmen um diesen einzigartigen Pilgerweg zu gehen. Auf dem Platz vor der Kirche gestalteten viele ehrenamtliche Mitarbeiter der dortigen Pfarrei Blumenteppiche f\u00fcr das Fronleichnamsfest, das man am morgigen Sonntag vormittag in Melide feierte. Am Abend wurde in der Kirche ein Pilgergottesdienst gefeiert, den wir selbstverst\u00e4ndlich besuchten. Leider waren nicht sehr viele Pilger gekommen. Auch die Kolumbianer waren zu diesem Gottesdienst gekommen. Nach dem Gottesdienst setzten wir uns auf die Veranda der Herberge und tranken unseren obligatorischen Rotwein. Auch Freya, eine junge Frau aus D\u00e4nemark kam dazu. Sie erz\u00e4hlte uns ihre Geschichte, das sie 21 Jahre alt sei und einen Sohn von viereinhalb Jahren zu Hause hat. So lange sie auf dem Weg ist passt ihre Mutter auf den Sohn auf. Man merkte ihr an, das sie ihn unheimlich vermisste, war sie doch auch schon 4 Wochen unterwegs. Eine sehr junge Mutter die erstaunlich erwachsen wirkte. Wir w\u00fcnschten ihr, das sie auf dem Weg das findet was sie sucht. Nachdenklich aber dankbar f\u00fcr die heutigen Erfahrungen und Begegnungen gingen wir schlafen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Times New Roman;font-size: medium\">Buen Camino<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Times New Roman;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurz nach 6.00 Uhr verlie\u00dfen wir die Herberge. Heute mussten wir uns wieder mal aus dem Schlafsaal schleichen, da einige noch nicht aufstehen wollten. Frank war auch bereits wach und so liefen wir gemeinsam los. Es war an diesem Junimorgen &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1025\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1025","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-jakobsweg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1025","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1025"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1025\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1026,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1025\/revisions\/1026"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1025"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}