{"id":1006,"date":"2017-06-08T20:55:22","date_gmt":"2017-06-08T19:55:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1006"},"modified":"2017-09-14T20:57:21","modified_gmt":"2017-09-14T19:57:21","slug":"96-etappe-von-leon-nach-villar-de-mazarife","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1006","title":{"rendered":"96. Etappe von Leon nach Villar de Mazarife"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;font-family: Times New Roman;font-size: medium\"><a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170608_120019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-938\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170608_120019-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Nacht in der ber\u00fchmten Herberge der Benediktinerinnen war ruhig, was man halt unter ruhig versteht in einem Schlafsaal mit ungef\u00e4hr 70 Pilgern. Auch standen wir wieder fr\u00fch auf. Edgar hatte es heute auffallend eilig und war bereits fertig zum gehen, da bin ich erst aufgestanden. Zun\u00e4chst machten wir in der Herberge Fr\u00fchst\u00fcck. Man sa\u00df an einem gro\u00dfen Tisch mit den anderen Pilgern und der Hospitalero kochte Kaffee. Dazu gab es Brot, Butter und Marmelade, ein ganz einfach Fr\u00fchst\u00fcck. Aber das reicht, mehr braucht man eigentlich nicht und das besondere ist einfach dieses Gemeinschaftsgef\u00fchl unter den Pilgern. Man macht beim Kaffetrinken seine Pl\u00e4ne f\u00fcr den Tag und verabschiedet sich dann voneinander mit dem Wissen das man sich irgendwann wieder auf dem Weg begegnet oder auch vielleicht nie wieder trifft. Der spanische Sommer war richtig best\u00e4ndig und es wurde auch heute wieder richtig warm. An der Kathedrale machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Haus unseres Freundes Javier und warfen noch einen Zettel mit Dankesworten in seinen Briefkasten. Der Weg aus der Stadt war dann endlos lang und wir versuchten uns zu erinnern, ob der Weg auch schon vor 10 Jahren so endlos war. Es hatte sich seitdem viel ver\u00e4ndert. Wo damals Wiesen waren sind heute Wohnh\u00e4user und Industriebauten. Kurz nach dem man Leon verlassen hatte gab es nun 2 Alternativen f\u00fcr den weiteren Weg. Wir entschieden uns nat\u00fcrlich f\u00fcr den traditionellen Weg nach Villar de Mazariffe. Irgendwie war es schon komisch nochmal auf dem gleichen Weg wie vor 10 Jahren unterwegs zu sein. Man versuchte sich st\u00e4ndig zu erinnern und parallelen zum damaligen Weg zu ziehen. Aber man kann nichts wiederholen, schon gar nicht sch\u00f6ne Erlebnisse und Ereignisse die man hatte. Der Weg damals, als wir zu f\u00fcnft unterwegs waren, war einzigartig in seiner Art und Weise genauso wie es der Weg jetzt ist. Auf dem traditionellen Weg waren deutlich weniger Pilger unterwegs. Auch heute durften wir Freundschaft mit neuen Pilgern schlie\u00dfen. Mit schnellen Schritten kam eine blonde Frau hinter uns her und holte uns schlie\u00dflich ein. Sie war richtig fit und hatte einen schnellen Schritt drauf. Wir kamen dann sehr schnell ins Gespr\u00e4ch. Ihr Name war Marianne und sie kam aus Hamburg. Sie hatte bereits im vergangenen Jahr an den Pyrin\u00e4en begonnen und war heute in Leon gestartet um den Weg fortzusetzen. Es war sehr angenehm sich mit ihr zu unterhalten, die Chemie stimmte zwischen uns und so verging die Zeit sehr schnell an diesem herrlichen Sommertag. Marianne hatte uns bereits gestern in Leon zusammen mit Javier gesehen. In einer Bar trafen wir wieder auf Renate und Eddy, auch sie genehmigten sich einen Cafe con letche. Nat\u00fcrlich erz\u00e4hlten wir Marianne von unserem damaligen Weg und den damaligen Herbergen. Heute wollten wir in die kultige Herberge von Jesus in Villar de Mazarife. Sie beschloss mit uns zu kommen. Die Herberge hatte sich nur geringf\u00fcgig ver\u00e4ndert, was nicht negativ gemeint sein soll. Bei der Anmeldung sagten wir, das wir schon vor 10 Jahren hier waren, was die Besitzerin sehr freute. Wir waren heute fr\u00fch dran und es waren noch nicht sehr viele Pilger angekommen. So bekamen wir sogar das gleiche Zimmer wie damals. Nostalgie pur. An den W\u00e4nden sind immer noch die lustigen Spr\u00fcche und Graffitis von Pilgern aus aller Welt. Diese Herberge ist besonders bei vielen jungen Pilgern beliebt, spiegelt sie doch ein gewisses Lebensgef\u00fchle der jugendlichen auf dem Camino wieder. Tats\u00e4chlich trafen sich an diesem Tag sehr viele junge Pilger hier. Sie sa\u00dfen am Nachmittag alle im Garten zusammen und geno\u00dfen das Leben. Einfach genial wenn man so jung ist, meist mehrere Sprachen spricht und die Zeit hat den Weg zu gehen. In diesem Alter machen diese jungen Leute Erfahrungen auf diesem Weg, die sie nirgends auf der Welt sammeln k\u00f6nnen. Mit der Zeit kamen immer noch mehr dazu. Einer hatte sogar seine Gitarre dabei, spielte und sang dazu. Ein anderer h\u00e4kelte f\u00fcr die anderen Pilger Taschen f\u00fcr ihr Feuerzeug. Alle sa\u00dfen friedlich zusammen. Auch wir verbrachten den Nachmittag bei herrlichen Sommerwetter im Garten und sahen dem bunten Treiben zu. Einige gingen einkaufen um am Abend zu kochen. Wir entschlossen uns zusammen mit Marianne ebenfalls heute in der Herbergsk\u00fcche zu kochen. Zuvor mussten wir nat\u00fcrlich erst einkaufen gehen. Nach dem Einkauf besichtigten wir die Kirche und dann gings ans Kochen. In der K\u00fcche herrschte schon richtig Hochbetrieb. Auf engsten Raum musste man sich hier arangieren. Was nirgends auf so engen Raum funktionieren w\u00fcrde, auf dem Camino ist das m\u00f6glich. Denn hier nimmt jeder auf den anderen R\u00fccksicht. F\u00fcr die jungen Pilger kochte Michail, ein junger Rum\u00e4ne. Er war DJ und studierte in London. Er beherrschte die Kunst des Kochens. Die Salate machten einige M\u00e4dchen. Gem\u00fcse schnitten wieder einige andere. So hatte jeder seine Aufgabe. Edgar erkl\u00e4rte sich bereit f\u00fcr uns zu kochen. Es gab Spagetthi mit Tomatenso\u00dfe und dazu nat\u00fcrlich den obligatorischen Rotwein. Beim Essen setzten sich dann noch Heidi und G\u00fcnter aus Schopfheim zu uns und es wurde zusammen mit Marianne noch ein unterhaltsamer Abend. Gegen 22.00 gingen wir zufrieden ins Bett.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Times New Roman;font-size: medium\">Buen Camino<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht in der ber\u00fchmten Herberge der Benediktinerinnen war ruhig, was man halt unter ruhig versteht in einem Schlafsaal mit ungef\u00e4hr 70 Pilgern. Auch standen wir wieder fr\u00fch auf. Edgar hatte es heute auffallend eilig und war bereits fertig zum &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1006\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1006","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-jakobsweg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1006","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1006"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1006\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1007,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1006\/revisions\/1007"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1006"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1006"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1006"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}