{"id":1000,"date":"2017-06-05T20:43:03","date_gmt":"2017-06-05T19:43:03","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1000"},"modified":"2021-04-18T21:05:44","modified_gmt":"2021-04-18T20:05:44","slug":"93-etappe-von-carrion-de-los-condes-nach-san-antonio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/?p=1000","title":{"rendered":"93. Etappe von Carrion de los Condes nach San Antonio"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000; font-family: Times New Roman; font-size: medium;\"><a href=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/DSC02941-e1618776337469.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-954\" src=\"https:\/\/blog.fitus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/DSC02941-e1618776337469-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>An diesem Morgen gingen wir wieder mal etwas fr\u00fcher los. Es war noch dunkel als wir zusammen mit Dieter losgingen. Fr\u00fchst\u00fcck gab es keines in der Herberge aber die erste Bar in Carion de los Contes hatte schon ge\u00f6ffnet. Man war dort einfach darauf eingestellt das die Pilger ein Fr\u00fchst\u00fcck brauchten und machte die Bars recht fr\u00fch auf. Am Ortsrand von Contes stand eine Skulptur. Sie zeigte die Geburt Christi und einen Pilger der in Demut vor dem neugeborenen Heiland kniet und ihn anbetet. Heute war es immer noch recht kalt und es war Meseta Pur angesagt. Es ging immer recht flach dahin bis nach Sahagun. Unterwegs trafen wir wieder die Brasilianerinnern Adriana und Amalia. Sie freuten sich uns wieder zu sehen und wir gingen eine Weile miteinander. Sie hatten sich vor K\u00e4lte wieder die Socken \u00fcber ihre H\u00e4nde gezogen. Was wir damals noch nicht wussten, es sollte das letzte mal sein, das wir uns getroffen haben. Schade, denn sie waren richtig nett auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht. Aber so ist es eben auf dem Camino. Manchmal trifft man sich und findet sich sp\u00e4ter wieder auf dem Weg und manchmal trifft man sich und verliert sich auf dem Weg. Im laufe des Tages wurde es dann immer w\u00e4rmer. Irgendwann verloren wir Dieter auf dem Weg. Er war einfach weg. Da das laufen heute recht gut ging beschlossen wir bis San Antonio, einer kleinen Ortschaft zu laufen. Immerhin hatten wir an diesem Tag \u00fcber 35 km in den Beinen, aber man war ja eingelaufen und keine gesundheitlichen Probleme hatten sich, Gott sei Dank, auch nicht eingestellt. Das war die bisher l\u00e4ngste Etappe in diesem Jahr f\u00fcr uns. Wir gingen in der Ortsmitte neben der Kirche in die dortige Herberge. Es war eine richtig sch\u00f6ne Herberge und wir wurden herzlich aufgenommen. Nach dieser langen Strecke hatten wir uns eine k\u00fchle Cerveca verdient. Es waren nicht viele Pilger die in den kleinen Orten blieben und sich antizyklisch verhalten. Aber es ist oftmals sch\u00f6ner und famili\u00e4rer in diesen kleinen Herbergen. Wir waren heute nur zu dritt im Zimmer. Unser Zimmergenosse war heute ein Franzose mit dem Namen Jean Louis, ein netter, freundlicher Pilger. Er sprach auch englisch und so war eine Unterhaltung m\u00f6glich. Am Nachmittag war es einfach herrlich im Garten der Herberge zu sitzen und die Seele baumeln zu lassen. Am Nachbartisch hatte sich ein Amerikaner gesetzt und ich sprach ihn an. Mein Englisch ist leider auch ausbauf\u00e4hig, aber es reichte trotzdem aus um sich zu verst\u00e4ndigen. Ich sagte immer frei nach Lothar Matth\u00e4us: &#8220; Sorry, my english is not so gut, but my german is not better&#8220;. Das sorgte immer mal f\u00fcr den ein oder anderen lacher. Der Amerikaner war ein sehr sympathischer Mann und es entwickelte sich ein recht intensives Gespr\u00e4ch trotz der sprachlichen defizite auf meiner Seite. Mark, so hies der Amerikaner sprach auch ein paar Worte deutsch. Er war beruflich schon des \u00f6fteren in Deutschland unterwegs gewesen. Wir erz\u00e4hlten uns von unseren Kindern und stellten erstaunliche Paralellen fest. So waren unter anderen unsere T\u00f6chter gleich alt. Mark fragte warum wir den Camino laufen und ich sagte, das wir als Pilger im christlichen Glauben unterwegs sind und diesen Weg als Pilgerweg sehen im Gegegnsatz zu vielen anderen die hier zum Wandern sind. Mark sagte, das er schon viele deutsche Pilger unterwegs getroffen hat seit er mit seiner Frau Allison in St. Jean pied de Port gestartet ist. Er fragte auch diese warum sie den Weg laufen, aber wir w\u00e4ren, nachdem er mehr als 350 km gelaufen ist, die ersten Deutschen die antworten sie w\u00fcrden den Weg aus spirituellen, christlichen Gr\u00fcnden pilgern. Er fand das schon recht erstaunlich bei den vielen Deutschen die sich auf dem Weg befinden, denn Deutschland ist ja ein \u00fcberwiegend christlich gepr\u00e4gtes Land. Auch die beiden waren aus den gleichen Gr\u00fcnden wie wir auf dem Weg und das verband uns gleich miteinander, obwohl wir uns erst knapp eine Stunde kannten. Die Gr\u00fcnde warum Menschen auf diesem Weg unterwegs sind, sind nat\u00fcrlich so vielf\u00e4ltig wie die Menschen selbst. Aber es war schon auff\u00e4llig, das nicht mehr die \u00fcberwiegende Mehrheit der Pilger christlich gepr\u00e4gt ist, obwohl doch der Weg ein christlicher Pilgerweg ist. Man merkte es ja auch in den Pilgermessen die angeboten werden. Dort ist ja auch nur ein Bruchteil der Pilger zu sehen. F\u00fcr viele, so hatte man den Eindruck, ist der Weg ein touristisches Abenteuer der gerade &#8222;In&#8220; ist und man zu Hause sagen kann: &#8222;Ich war auf dem Jakobsweg&#8220;. Nat\u00fcrlich muss man das alles tolerieren, auch wenn man sich das anders w\u00fcnschen w\u00fcrde. Mittlerweile h\u00e4ngt ja f\u00fcr die Spanier die hier am Weg leben einiges ab. Die Pilger bringen hier in die meist abgelegenen Gegenden Arbeit und Einkommen. F\u00fcr den Abend hatten wir beschlossen in der Herberge das Pilgermen\u00fc zu bestellen. Neben Jean Louis, Allison, Mark und uns war noch eine kanadische Pilgerin mit am Tisch beim gemeinsamen Essen. Es war ein richtig leckeres und reichhaltiges Pilgermen\u00fc. <\/span><span style=\"color: #000000; font-family: Times New Roman; font-size: medium;\">In den kleinen Ortschaften am Weg mit den kleinen Herbergen gab man sich sehr viel M\u00fche um die Pilger zufrieden zu stellen. Wir hatten einen sehr kurzweiligen Abend mit netten Pilgern, der leider viel zu schnell verging. Zufrieden gingen wir gegen 22.00 Uhr ins Bett.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Times New Roman; font-size: medium;\">Buen Camino<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An diesem Morgen gingen wir wieder mal etwas fr\u00fcher los. Es war noch dunkel als wir zusammen mit Dieter losgingen. 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